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Der Zugang zum Gymnasium Kirchseeon in der Moosacher Straße soll sicherer werden.

Gemeinderatsbeschluss

Jetzt doch: Weg zum Gymnasium Kirchseeon wird sicherer

Jetzt geht’s doch: Das Kirchseeoner Gymnasium bekommt auf eigenem Gelände entlang seiner nördlichen Grundstücksgrenze einen extra Fußgängerzugang. Der nahe Schlittenberg bleibt davon unberührt. Dafür werden für die Schulwegsicherheit jetzt Parkplätze geopfert.

Kirchseeon– Eigentlich geht es um ein Luxusproblem. Es sind nämlich die „Taxi-Mütter“, deren Kinderliebe alles unsicher macht und vor allem zum Unterrichtsbeginn Polizei und Schulleitung besorgt. Von haarsträubenden Situationen ist die Rede, weil sich – je schlechter das Wetter ist, desto öfter – an jedem Morgen heranfahrende Lehrer, die Schulbusse und eben Gymnasiasten in die Quere kämen.

Bei einer Aktion zur Verkehrssicherheit der Eberberger Polizeiinspektion vor einem Jahr wurde das gefärliche Tohuwabohu dokumentiert und fand schließlich im Sommer Ausfluss in einer Initiative der Schulleitung und des Elternbeirats an den Gemeinderat. Doch das Ratsgremium zeigte den Petenten die kalte Schulter. Ein neuer, gefahrloserer Weg aufs Gymnasiumgelände dürfe nicht zu Lasten des kleinen Schlittenbergs gehen. So lautete am 6. Juni vergangenen Jahres das einstimmige Votum des Gemeinderats.

Am Montagabend stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Elternbeirat und Schulleitung hatten nämlich nicht locker gelassen und im Herbst zu einem Ortstermin gebeten. Drei Planungsentwürfe möglicher Weggestaltungen inklusive Stellungnahmen der Polizeiinspektion, der Betreiberfirma SKE sowie dem Landratsamt als Sachaufwandsträger lagen jetzt auf dem Tisch. Zu den einzelnen Varianten hatte der Elternbeirat ganz vorbildhaft Vor- und Nachteile der Varianten aufgelistet. Version 3 war sofort aus dem Rennen. Denn diese Variante tangierte immer noch den Schlittenberg, den jedes Kirchseeoner Kind aus seiner Zeit des Kindergartenalters bestens kennt, immer noch in gravierender Weise. Bei den Versionen 1 und 2 gingen die Meinungen auseinander. Der CSU-Fraktion erschien die Variante 1 die bessere, wie ihr Sprecher Siegfried Seidinger ausführte. Sven Bittner plädierte im Namen der SPD für Variante 2. Gemein ist beiden Vorschlägen, dass sie den Schlittenberg unberührt lassen, also keine Hangmodulation notwendig wird. Notwendig werden allerdings bauliche Eingriffe in die bestehende Gabionenwand, Bezäunung und Beleuchtung sowie Rückbauten bei den Parkplätzen und eventuell eine Verschiebung des Wendekreises für die Schulbusse. Und der Schlittenberg muss zur Gymnasiumseite hin abgefangen werden.

Zu welcher Lösung, ob Variante 1 oder 2 – die sich natürlich auch bei den Kosten unterscheiden –, sich das Landratsamt als Sachaufwandsträger entschließt, war den Gemeinderäten am Ende egal. Nachrechnen muss die Kreisbehörde auf jeden Fall beim Stellplatznachweis. Eventuell muss sie den Stellplatzschlüssel mit der Gemeinde gar neu verhandeln. Also wird die Umsetzung noch etwas dauern. Ausbremsen wird der neue Weg die „Taxi-Mütter“ freilich nicht. Eingebremst werden sie aber schon seit dem herbstlichen Ortstermin: An der Moosacher Straße gegenüber dem Schulgelände wurde nämlich per verkehrsrechtlicher Anordnung ein zeitlich befristetes Halteverbot verfügt.

Eberhard Rienth

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