Jetzt sind es schon 6,4 Millionen Euro

Das Kinderhaus wird nochmals teurer

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Kirchseeon - Die Mehrheit im Kirchseeoner Gemeinderat ist dennoch für die Umsetzung des Projekts, dessen Kosten jetzt mit rund 6,4 Millionen Euro veranschlagt werden.

Das Haus für Kinder in Kirchseeon mit 120 Plätzen in Kindergarten und Krippe wird mit nun berechneten 6,38 Millionen Euro nochmals teurer als bisher angenommen. Dennoch stimmte der Gemeinderat dem Projekt zu, gegen den Widerstand vor allem aus der SPD. „Wir können das in dieser Form nicht stemmen“, sagte Gemeinderat Sven Bittner. Noch drastischer formulierte es seine Fraktionskollegin Manuela Obert. „Wir müssen den Bürgern klar machen, dass wir sehenden Auges in unser Unglück rennen. Die Summe übersteigt bei weitem unser Budget.“ Bürgermeister Udo Ockel (CSU) räumte „Denkfehler“ bei früheren Überlegungen ein. Der Rathauschef machte aber auch klar: „Wenn wir sagen, wir können uns das nicht leisten, dann müssen wir das beerdigen.“

Rückblick: Lange hatte es für das Groß-Projekt zwischen der Münchner Straße, dem Spannleitenberg und dem Gartenweg keine belastbaren Zahlen gegeben. Ursprünglich war einmal von Kosten von 4,5 Millionen Euro die Rede gewesen, dann von 5,3 Millionen. Die Kostenschätzung der Planer belief sich im September vergangenen Jahres auf 6,35 Millionen Euro. Das war dem Gemeinderat eindeutig zu viel. „Das ist eine Summe, die wir so nicht verdauen können“, erklärte auch Bürgermeister Ockel damals. Auftrag an die Planer: Einsparen. Das wurde auch gemacht. Gebracht hat es nicht viel. Stattdessen wurde das Projekt sogar noch teurer, da das Kirchseeoner Bauamt inzwischen die Nebenkosten inklusive der Aufwendungen für die Planung höher ansetzt, als ursprünglich angenommen. Die Folge: Jetzt steht ein Betrag von 6,38 Millionen Euro zur Debatte.

„Gibt es eine realistische Möglichkeit zu sparen“, wollte Andrea Oberhauser-Hainer (Grüne) wissen. Dann müsse man von dem Konzept mit 120 Kindern Abstand nehmen, erklärte der neue Bauamtsleiter Robert König. Heißt: ein neues Konzept mit weniger Plätzen.

Für die Umsetzung des aktuellen Entwurfs sprach sich Maria Wollny (CSU) aus: „Wir müssen auch in die Zukunft denken.“ Zudem seien die Planungen schon weit fortgeschritten.

Klaus Seidinger (Freie) gab zu bedenken, dass die Gemeinde weitere laufende Projekte habe und es auch „unvorhersehbare Belastungen“ geben könne, beispielsweise beim Thema Asyl. Die Sozialdemokraten schlugen vor, die Abstimmung zu verschieben. Alle Fraktionen sollten zu diesem Thema in Klausur gegen. Rüdiger Za (Grüne) meinte: „Mir fehlt da Klartext. Ich fände es gut, es nochmals zurückzustellen.“ Er wollte zudem eine Gesamtaufnahme der Kosten der aktuellen Projekte. Bürgermeister Ockel kam dem entgegen. Er regte an, erst nach der Haushaltsdebatte im Mai zu entscheiden. Das sei dann „die allerletzte Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen“.

Da wollte jedoch CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger nicht mitziehen. Eine Verschiebung der Entscheidung ist aus seiner Sicht „Zeitverschwendung“. Was ändere es denn, „wenn wir den Haushalt haben?“ fragte er und verwies auf die zu erwartende Baukostensteigerung für das Projekt, wenn sich die Umsetzung verzögere.

Schließlich wurde über den ursprünglichen Beschlussvorschlag abgestimmt, der eine klare Mehrheit im Gremium fand. Damit billigte der Gemeinderat den von den Planern vorgelegten Entwurf samt der Kostenberechnung. Der Bürgermeister wird ermächtigt, die nächsten Schritte zu unternehmen.

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