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Kirchseeoner und der Bahnlärm: „Lasst uns kämpfen“

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Von: Robert Langer

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Volles Haus in der ATSV-Halle. Die Moderation hatte Uwe Wehrmann übernommen.
Volles Haus in der ATSV-Halle. Die Moderation hatte Uwe Wehrmann übernommen. © Peter kees

Starkes Signal gegen Bahnlärm: Deutlich mehr als 200 Teilnehmer waren zu einer Veranstaltung in die ATSV-Halle in Kirchseeon gekommen – trotz besten Biergartenwetters. Die Stimmung geht in Richtung deutlicher Protest gegen die Ausbaupläne.

Kirchseeon - Zusätzliche Stühle wurden hereingebracht. Wer spät kam, musste stehen. Deutlich wurde, dass, um Erfolg zu haben, die Bürger aktiv werden müssen, aber auch die regionale Politik mitziehen muss. Der Arbeitskreis Bahnlärm will moderne Medien nutzen. Gleich zu Anfang des Abends flimmerte ein Video von Ulrich Seidel aus Kirchseeon-Moos über die Leinwand, das auch im Internet über Youtube zu sehen ist.

Zugzahlen in Kirchseeon werden sich deutlich erhöhen

Mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels 2030 und dem Nordzulauf nach München werden sich die Zugzahlen in Kirchseeon deutlich erhöhen. Im südlichen Landkreis wird über neue zusätzlich Gleise und Trassen diskutiert. Heißt auch: Mehr Lärmschutz. In Kirchseeon werden hingegen etwa in Höhe von Kirchseeon-Moos vier Gleise auf bestehende zwei Gleise zusammengeführt, mit einem Brückenbauwerk. Die Züge werden weithin zu hören sein. Um mehr Züge auf der Bestandsstrecke durchschleusen zu können,ist eine Blockverdichtung vorgesehen.

Zudem befürchtet der Arbeitskreis negative Auswirkungen auf die S-Bahn. Weil keine neuen Gleise gebaut werden, wird es wohl keinen ausreichenden zusätzlichen Lärmschutz geben. Dabei sei die Bevölkerung schon heute durch den Bahnlärm sehr belastet. Der Arbeitskreis fordert Lärmschutz nach Neubaustandard. „Nicht maximaler Lärmschutz“, so Alexander Höpler in seiner technischen Einführung in das Thema. Der Begriff sei nicht genau festgelegt. „Da versteht die Bahn etwas andres darunter als wir.“

Mediziner weist auf die gesundheitlichen Folgen von Lärm hin

Auf die gesundheitlichen Folgen von Lärm wies Wilfried Seidelmann hin. Der Mediziner hatte über viele Jahre eine Praxis in Kirchseeon. Er sprach von Schlafstörungen, Stresshormonen, der Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall. Seidelmann nahm die Bahn in die Pflicht. Durch die Verseuchung des ehemaligen Bahnschwellenwerks habe die Kommune schon eine große Hypothek. Jetzt kommen noch einmal eine durch zusätzlichen Lärm hinzu. „Wir werden uns das nicht gefallen lassen. Kämpfen wir für unsere Heimat. Ich bin weiter dabei.“

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Susanne Höpler, Mitbegründerin des Arbeitskreises Bahnlärm: „Jetzt müssen die Entscheidungen getroffen werden. Wenn wir das verschlafen, brauchen wir hinterher nicht zu jammern.“ Die Bahn informiere. „Sie diskutieren nicht mit uns. Ob sie unsere Argumente annehmen, wissen wir nicht.“ Dialog sei etwas komplett anderes, so Höpler. Schwierig ist offenbar, die jeweils richtigen Ansprechpartner zu finden. Eines scheint aber klar: „Wir müssen ans Bundesverkehrsministerium.“

Arbeitskreis Bahnlärm lobt lokale Politiker

Lob gab es von Höpler für lokale Politiker. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz (CSU) habe in Berlin bereits Unterschriften übergeben, allerdings ohne Erfolg. Die Landtagsabgeordneten Doris Rauscher (SPD) und Thomas Huber (CSU) hätten sich eingesetzt. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) habe Hearings veranstaltet. Höpler forderte, weiter Druck aufzubauen. Aufgefordert wurden weitere hochrangige Politiker aus dem Landkreis sich einzusetzen. So Angelika Niebler (Vaterstetten) Europaabgeordnete, stellvertretende Parteivorsitzende der CSU und Ebersberger Kreisrätin, sowie Martin Hagen (Vaterstetten), Landesvorsitzender der FDP und bis vor kurzem auch Kreisrat. Schließlich seien Politiker doch auf Wählerstimmen angewiesen, so ein Argument aus dem Saal. Unterstützung und weitere Zusammenarbeit sicherte in der Veranstaltung Kirchseeons Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) zu: „Jetzt ist es Zeit aufzustehen.“

Von den Teilnehmern kamen viele Fragen und Anregungen, nicht nur zum Thema Lärm, sondern auch zu Erschütterungen, Staub, möglichen Unfällen, gefährlichen Transportgütern oder Vibrationen des Bodens im Moos.

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