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Auf der Bundesstraße bei Kirchseeon-Dorf soll künftig langsamer gefahren werden.  

Antrag im Gemeinderat

CSU fordert Tempo 70 am Spannleitenberg

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Tempo 70 auf der Bundesstraße 304 ab Kirchseeon-Dorf bis zum Spannleitenberg. Das fordert die Kirchseeoner CSU.

Kirchseeon – Gründe für den Verstoß der Christsozialen sind Lärmschutz und Sicherheit. Entsprechende Bemühungen hatte es bereits früher gegeben, jedoch ohne Erfolg. Jetzt ein neuer Versuch. Die CSU bezieht sich auf Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Umfahrung Grafing und fordert Gleichbehandlung.

Bürgermeister Udo Ockel (CSU) erinnerte in der Gemeinderatssitzung an einen Antrag aus dem Jahr 2008 vom damaligen Ratsmitglied Hubert Reinhardt (CSU). Damals ging es um Tempo 80. Das Landratsamt habe jedoch abgelehnt. Begründung sei gewesen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei nicht zulässig und bringe in Bezug auf den Lärm nichts. 

Auf Klage verzichtet

Die Polizei hatte zudem betont, die Stelle sei kein Unfallschwerpunkt. Damals habe der Gemeinderat weitere Bemühungen eingestellt, so Ockel. Auf eine Klage vor Gericht wurde wegen „Erfolglosigkeit“ verzichtet.

Klaus Schöffel von den Grünen hatte damals in einem Leserbrief betont, er habe Tempo 60 ab Kirchseeon-Dorf gefordert, jedoch kaum Unterstützung erfahren.

CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger betonte jetzt im Gemeinderat, die Wohnbebauung liege in diesem Bereich teilweise nur 20 Meter von der B 304 entfernt, sodass bei dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße aus Lärmschutzgründen eine Geschwindigkeitsreduzierung dringend geboten sei.

Beispiel Umfahrung Grafing

Da eine vergleichbare Maßnahme auf der Umgehungsstraße von Grafing bereits umgesetzt und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometer angeordnet worden sei, „bestehen wir in diesem Fall auf Gleichbehandlung unserer lärmgeplagten Anwohner an der B 304 in Kirchseeon Dorf“, so Seidinger. Deren Wohnbebauung liege näher an der B 304 als die der Anwohner an der Umgehungsstraße in Grafing. Das sei „unfair“. Mit Blick auf die früheren gescheiterten Versuche meinte Seidinger: „Wir müssen vielleicht beharrlicher sein.“

Schlecht einsehbare Ausfahrt

Zudem geht es der CSU um mehr Sicherheit an der „schlecht einsehbaren Ausfahrt“ von Kirchseeon--Dorf auf die B 304. „Man muss ja nicht erst handeln, wenn Unfälle passiert sind“, so Seidinger. Die Stelle sei kein Unfallschwerpunkt, aber gefährlich.

Im Gemeinderat stieß der Vorschlag auf breite Zustimmung. Thomas Kroll (SPD) betonte, die Probleme seien allgemein bekannt. Er will den Antrag jedoch ergänzt wissen. Kroll schlug vor, die Schilder für Ortsbeginn/Ortsende am Spannleitenberg weiter in Richtung Ebersberg zu versetzen. Zudem sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung deutlich für beide Fahrtrichtungen gefordert werden. Antwort von Bürgermeister Ockel: „Für mich war selbstverständlich, dass der Antrag für beide Seiten gilt.“

Landratsamt zurückhaltend

Die Reaktion bei der Unteren Verkehrsbehörde ist zurückhaltend. „Wir werden den Antrag prüfen“, so Hermann Ziegler vom Landratsamt Ebersberg auf Anfrage der Ebersberger Zeitung.Ziegler bestätigte, dass frühere Vorstöße abgelehnt wurden. „Aber vielleicht gibt es jetzt neue Argumente.“

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Grundsätzlich gelte: Geschwindigkeitsbegrenzungen bei Bundesstraßen gebe es nur mit begleitender Bebauung und wenn gleichzeitig die Grundstücke über die Bundesstraße erschlossen würden. Das sei bei Kirchseeon-Dorf nicht der Fall.

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Ziegler sieht durchaus die Bedürfnisse der Anwohner in Bezug auf den Lärmschutz. Jedoch hätten auch die Verkehrsteilnehmer ein Recht darauf, auf eine Bundesstraße, also einer überörtlichen Verkehrsverbindung, zügig voranzukommen, so der Experte.

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