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Franziska Niedermayr freute sich über viele Gratulanten. Die älteste Landkreisbürgerin feierte jetzt in Kirchseeon ihren 106. Geburtstag.

Franziska Niedermayr feiert in Kirchseeon

106! Das ist der älteste Mensch im Landkreis

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Franziska Niedermayr ist die älteste Frau des Landkreises Ebersberg. Jetzt feierte sie im AWO-Seniorenheim bei guter Gesundheit ihren 106. Geburtstag.

Kirchseeon/Baldham – Zu ihrem 70. Geburtstag sagte Franziska Niedermayr: „Ich werde nicht alt.“ Daran erinnert sich ihre Tochter Rosemarie genau. Doch Franziska Niedermayr irrte sich gewaltig. Jetzt feierte sie im AWO-Seniorenheim in Kirchseeon ihren 106. Geburtstag. Sie ist die älteste Bürgerin des Landkreises.

Sie hört inzwischen schlecht und auch die Augen haben nachgelassen. Aber sonst geht es der Seniorin „den Umständen entsprechend gut“, sagt ihre Tochter Rosemarie. Appetit hat die Seniorin immer noch. Mit Genuss verspeiste sie beim Gratulationstermin eine Scheibe Leberkäse. Und auch ein Gläschen Sekt ließ sie sich schmecken. „Sehr gut“ sagte sie nach einem Schlückchen beim Anstoßen.

Mit 100 zu jung fürs Seniorenheim

Glückwünsche überbrachten die stellvertretende Landrätin Magdalena Föstl, die stellvertretende Kirchseeoner Bürgermeisterin Barbara Burgmayr-Weigt und Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger. Denn die Jubilarin hatte seit den 1970er-Jahren bis zu ihrem 102. Geburtstag in ihrer Wohnung in Baldham gelebt. „Sie war als resolute Frau bekannt“, so Reitsberger.

Mit 100 Jahren fühlte sie sich zu jung für ein Seniorenheim. „Ich bin zwar alt, aber so alt dann doch wieder nicht“ sagte sie damals. Erst als sie schwer stürzte, zog sie nach einem Krankenhausaufenthalt in der Kreisklinik Ebersberg in das AWO-Seniorenheim in Kirchseeon um, fand dort schnell Anschluss und war zufrieden.

Besuch von der Familie

In Kirchseeon besucht sie ihre Tochter Rosemarie, die weiter in Vaterstetten wohnt, täglich. Auch Enkel Thomas schaut regelmäßig vorbei, ebenso wie die Urenkelin Johanna, die in Augsburg studiert.

Geboren und aufgewachsen ist Franziska Niedermayr in Gelsenkirchen. Als sie fünf Jahre alt war, also noch zur Zeit des Ersten Weltkrieges, starben ihre Eltern. Franziska war Vollwaise. Niemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis ihrer Eltern konnte sie aufnehmen. Das kleine Mädchen wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht. Schließlich kam sie zu einer Familie nach Meran. Dort ging es ihr gut, auch wenn die leibliche Tochter der Familie bevorzugt wurde. Noch heute schwärmt die Seniorin von den Gärten von Schloss Trautmanndorfs, in deren Nähe die Familie lebte. „Im Herzen bin ich noch immer Südtirolerin“, sagte sie an ihrem 104. Geburtstag gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Ehemann fällt im Krieg

1939, mit 26 Jahren, zog sie nach München um, arbeitete als Verkäuferin, lernte ihren späteren Mann Andreas kennen und verliebte sich. 1941 wurde in Harthausen geheiratet. Doch das Schicksal schlug wieder zu. Nur zwei Jahre später, 1943, fiel der Ehemann als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Franziska Niedermayr musste ihre kleine Tochter Rosemarie allein groß ziehen, in schweren Zeiten.

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Später wurde es ruhiger. Die Familie lebte in Baldham. Franziska Niedermayr konnte ihren Hobbys nachgehen. Da war zum einen das Handarbeiten. Viele Spaß fand sie am Häkeln, Stricken und Sticken. Sie hat auch für die am Flughafen in Riem stationierten amerikanischen Soldaten genäht. Bis ins hohe Alter hat sie auch leidenschaftlich gerne gebacken. An Weihnachten kamen bis zu 30 Sorten Plätzchen aus dem Ofen. Am liebsten machte sie Spitzbuben und Kokosmakronen. Tochter Rosemarie verpackte die Köstlichkeiten dann als Geschenke.

Sechs Urenkel, zwei Ururenkel

Wichtig war der Jubilarin immer die Familie, zu der neben der Tochter zwei Enkel, sechs Urenkel und zwei Ururenkel gehören.

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„Man muss für jeden Tag dankbar sein“, hat die Seniorin bei ihrer Geburtstagsfeier vor zwei Jahren gesagt. Und der Grund, warum sie 106 Jahre geworden ist? „Sie hat zeitlebens viel gearbeitet. So wird man alt“, erklärt ihre Tochter.

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