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Immer noch Baustelle: Das Haus für Kinder am Spannleitenberg in Kirchseeon.

Kirchseeoner Projekt wird immer teurer

Kinderhaus: Kosten aus dem Untergrund

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Das neue Kinderhaus in Kirchseeon ist immer noch Baustelle. Die Kosten laufen davon. Das Projekt läuft alles andere als rund.

Kirchseeon – Dass es mit dem Untergrund auf der Baustelle des neuen Kinderhauses Kirchseeon am Spannleitenberg Probleme gab, das war bekannt. Dass dies auch finanzielle Folgen haben könnte, trat wohl irgendwie in den Hintergrund.

Kosten jetzt bei sieben Millionen Euro

Zumindest war es bei den Entscheidungsträgern nicht ankommen. Die Gemeinderäte waren jetzt überrascht, dass die Kosten für das Projekt (Stand 22. Februar 2016) mit rund 6,38 Millionen Euro, über zwischenzeitlich 6,59 Millionen Euro (17. Dezember 2018) auf nun fast sieben Millionen Euro gestiegen sind.

Planer Sebastian Kruppa vom Büro Meck Architekten nahm die Verantwortung auf sich. Er habe auch Bürgermeister Ockel nicht informiert, dass da noch etwas kommen könnte. Man habe gewusst, dass es Mehrkosten geben könnte, aber nicht wie viel.

Damit versuchte der Planer zu erklären, warum dieser Punkt nicht in die aktualisierte Kostenverfolgung vom Dezember einbezogen wurde. Nun sind die Kosten offenbar geklärt und liegen auf dem Tisch. Folge: Im Vergleich zur zuletzt vorliegenden Summe kostet das Projekt jetzt rund 400 000 Euro mehr.

An Altlasten nicht gedacht

Hintergrund: Die Planer waren nach eigenen Angaben von einem „normalen Grundstück“ ausgegangen. Man habe davon abgesehen, das Areal auf Altlasten zu untersuchen, so Kruppa. Das sei so üblich. Wider Erwarten wurde doch kontaminiertes Material entdeckt.

„Was wurde denn genau gefunden?“, fragte SPD-Gemeinderat Thomas Kroll in der Sitzung. Eine konkrete Antwort vom Planer gab es nicht. Als Folge musste viel mehr Aushub herausgenommen werden als geplant. Danach musste wieder verfüllt und verdichtet werden. Es kam zu Verzögerungen. Die Kosten stiegen. Auch gab es unter anderem tiefe Fundamente von ehemaligen Gartenmauern, die abgebrochen werden mussten. Und die Rede war von Leitungen im Boden.

Ockel: Das war nicht planbar

„Das war nicht planbar“, sagte Bürgermeister Udo Ockel (CSU). „Wir haben eine virtuelle Ersparnis von 400 000 Euro angenommen, die nicht da war.“ Klar wurde in der Sitzung zudem, dass die Kosten auch aufgetreten wären, wenn man eine Voruntersuchung gemacht hätte. Aber: Die Gemeinderäte wurden jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt.

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Die Grünen bemängelten, dass das Gremium erst jetzt davon erfahren habe. Möglicherweise hätten sie dann den zusätzlichen Kosten von rund 60 000 Euro für eine spezielle Holzfassade am Haus für Kinder nicht zugestimmt. 

SPD verweigert Zustimmung

Unverständnis auch bei CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger. Schließlich würden sich die Gemeinderäte auf die Angaben verlassen, die sie erhielten. Klaus Seidinger, Gemeinderat der UWG und 3. Bürgermeister, meinte: „Wenn wir in Kirchseeon ein Loch aufmachen, dann ist das gefährlich.“ Kritik kam vor allem von der SPD. Die Genossen verweigerten ihre Zustimmung.

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Beeinträchtigt wurde und wird das Bauvorhaben zudem durch weitere Verzögerungen, unter anderem durch den Fensterbauer, der nicht rechtzeitig lieferte. Nun soll das Haus für Kinder im September dieses Jahres fertig werden, wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

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