+
Zuversicht bei seiner Nominierung: CSU-Bürgermeisterkandidat Jan Paeplow. 

Kirchseeoner CSU-Kandidat stößt auf Widerstand

Paeplows holpriger Start

  • schließen

Es war ein holpriger Start für den Kirchseeoner CSU-Bürgermeisterkandidaten Jan Paeplow. Er erfährt Widerstand im Gemeinderat.

Kirchseeon – Im Vorfeld der Sitzung hatte Paeplow  angekündigt, dass zwei von ihm initiierte Anträge im Gemeinderat behandelt würden und  um Unterstützung geworben. Themen: Betreuungsplätze für Kinder und Facharzt-Situation. 

Im Gemeinderat, dem Paeplow nicht angehört, wurden die Punkte durchaus als wichtig empfunden. Die Kommentare zu den Anträgen waren jedoch skeptisch und reichten von „zu populistisch“ bis „verfrüht“ und „nicht durchdacht“.

Im Vorfeld hatte es Verwirrung um Betreuungsplätze in der offenen Ganztagsschule gegeben. Der Kooperationspartner der Schule, die örtliche Nachbarschaftshilfe (NHK), hatte an etwa 30 Familien Briefe verschickt, dass ihre Kinder auf einer Warteliste ständen und derzeit keinen Platz erhalten könnten. 

Rainer Schott (zuständiger Abteilungsleiter im Rathaus) sprach in der Sitzung von „eigenmächtigem Handeln“. Schott erklärte: Man müsse die Reihenfolge einhalten. Früher hätten sich Rathausverwaltung, Schule und Nachbarschaftshilfe zusammengesetzt und es hätte eine Lösung gegeben. Die frühere Vorsitzende der NHK und CSU-Gemeinderätin Maria Wollny betonte. „Das ist heuer schief gelaufen. Das bedauere ich. Ich habe mich gewundert. In der vergangenen 15 Jahren haben wir alles geschafft.“ Schott betonte: „Wir bringen alle Kinder unter.“ Dazu wurden in der Sitzungumfangreiche Informationen präsentiert. Also Entspannung?

CSU zieht zurück

Die Christsozialen hatten zunächst gefordert, den Bedarf an Hortplätzen zu prüfen und gegebenenfalls weitere Hortplätze zu schaffen. Im Laufe der Debatte zog CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger Teile des Antrags zurück. Eine Entscheidung wurde bis Frühjahr nächsten Jahres vertagt. Dann würden genauere Zahlen vorliegen. „Da stimme ich zu“, so Siegfried Seidinger. Er erklärte jedoch auch: „Alle Kinder untergebracht heißt nicht, dass es das ist, was die Eltern wollen.“

Der Antrag komme zu früh, hatte zuvor Barbara Bittner (SPD) erklärt. Und ihr Fraktionskollege Thomas Kroll verwies auf positive Äußerungen des CSU-Bürgermeisters zur Betreuungssituation. Er schlug eine Vertagung vor, bis die neuen Zahlen vorlägen, auch in Bezug auf die Offene Ganztagsschule. Wie Vizebürgermeisterin Barbara Burgmayr-Weigt (CSU) formulierte, sollen die Eltern intensiv über die verschiedenen Möglichkeiten der Betreuung informiert werden. „Wir waren vielleicht vorgeprescht“, räumte CSU-Fraktionssprecher Siegfried Seidinger ein. Man habe die Unruhe in der Elternschaft bemerkt und das Thema aufgegriffen.

UWG: CSU-Antrag ist populistisch

Eine Debatte möchte die CSU auch beim Problem mangelnder Facharztversorgung in der Kommune anstoßen, unter anderem beim Thema Kinderarzt. Klaus Seidinger (UWG) betonte, auch Arztpraxen seine Wirtschaftsbetriebe. Wenn es sich rentiere, wäre schon längst einer da. Deshalb sei der Antrag der CSU „populistisch“ und „blauäugig“. Klaus Seidinger regte an, sich um die Ärzte in den bestehenden Praxen vor Ort zu kümmern und den Medizinern möglicherweise bei der Suche nach einem Nachfolger zu helfen.

Auch wenn klar ist, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme gering sind, wie unter anderem Grünen-Gemeinderätin Natalie Katholing ermittelt hat, soll nun doch eine Sondersitzung des Gemeinderates zu diesem Thema angesetzt werden. Dazu sollen auch externe Experten eingeladen werden.

CSU-Bürgermeisterkandidat Jan Paeplow sieht sich nach der Gemeinderatssitzung auf Anfrage der EZ bestätigt. „Das war ein wichtiger Schritt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße stand das Haus der Glaserei Mascher im Vollbrand. Rund 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Die Rauchschwaden …
Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Maximilian Josef aus Steinhöring
Endlich ist es soweit. Maximilian Josef ist da. Der Bub schläft aber erstmal aus. Maximilian ist das erste Kind von Anna Maria und Michael Eichner aus Steinhöring und …
Maximilian Josef aus Steinhöring
Unterricht soll im September 2022 starten
59,5 Mio. Euro soll die neue Schule in Markt Schwaben kosten. Jetzt liegen die neuen, überarbeiteten Pläne auf dem Tisch. 
Unterricht soll im September 2022 starten
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Grafinger Bayernpartei hat ihre Stadtratsliste für die anstehende Kommunalwahl im März nächsten Jahres aufgestellt. Zwölf Kandidaten wurden jeweils einstimmig …
Bayernpartei will in den Stadtrat

Kommentare