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Volles Haus in der Kirchseeoner ATSV-Halle. Die vier Bürgermeisterkandidaten und Moderator Robert Langer.

Podiumsdiskussion mit Kirchseeoner Bürgermeisterkandidaten

Kein Sieger, aber zum Teil große Unterschiede zu erkennen

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Wen sollen die Kirchseeoner am 15. März ins Rathaus wählen? Wer es bisher nicht wusste und am Mittwoch in der ATSV-Halle war, ist nun gescheiter.

Kirchseeon – Die vier Bürgermeisterkandidaten veranstalteten gemeinsam eine Podiumsveranstaltung. EZ-Redakteur Robert Langer führte Bewerber und rund 350 Zuschauer durch den Abend. Einen klaren Sieger gab es nicht, die Kandidaten unterscheiden sich aber teils stark voneinander.

19.30 Uhr, die Halle ist voll. Die vier Bürgermeisterkandidaten stehen auf der Bühne. Domenico Ciccia (SPD), Andrea Oberhauser-Hainer (Grüne) und Jan Paeplow (CSU) in Sakko beziehungsweise Blazer, vor ihnen auf dem Tisch stehen Gläser mit Wasser. Klaus Seidinger (UWG) tanzt etwas aus der Reihe: Eingekleidet im adretten Trachtenjanker steht er vor einem Weißbier.

Kandidaten haben drei Minuten Zeit

Auch sprachlich ist er vollends bajuwarisiert: „I red boarisch, wenn’s erlaubt is“, stellt er bei der Vorstellungsrunde klar. Die Kandidaten haben drei Minuten Zeit, sich zu präsentieren, ehe Robert Langer mit seinem Tempelgong zum Ende mahnt. Es beginnt Ciccia: Italo-Bayer, 40, Sozialpädagoge, zwei Kinder, will „mit Herz, Bauch und Hirn Entscheidungen treffen“. Seidinger ist waschechter Kirchseeoner, Autoverkaufsleiter und hat zwei erwachsene Kinder. Der witzelnde 60-Jährige mochte seinen Großvater, obwohl er Kirchseeoner SPD-Gemeinderat war. Oberhauser-Hainer, 45, „will was in der Gemeinde bewegen“. Die Qualitätsmanagerin aus dem Ortsteil Buch hat zwei Kinder. Jan Paeplow, 43, Verwaltungswirt, ist „seit 12 Jahren fest verwurzelt in Kirchseeon“. Sein Motto: „Erfolgreich geht nur gemeinsam“.

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Moderator befragt die Kandidaten

Und los geht die Fragerunde: Moderator Langer fragt, die Kandidaten haben zwei Minuten Zeit zu antworten. Der rhetorische gewandte Jan Paeplow hält sich meist nicht daran. Bei der Frage etwa, wie er sich Kirchseeon baulich in Zukunft vorstellt. „Die Gemeinde wächst pro Jahr um 100 Einwohner. Wir brauchen Wohnraum.“ Es gebe Leerstand in der Gemeinde, auch dem müsse man begegnen. Den Charakter müsse Kirchseeon aber beibehalten.

Von Ciccias Vorschlag genossenschaftlich zu bauen, hält Klaus Seidinger nichts. Genossenschaftswohnungen würden von „Ebersberg“ vielleicht an Auswärtige vergeben, Einheimische hätten von den Wohnungen dann nichts. Außerdem gebe es ein Problem: „Die Bauern werden ihr Land nicht verkaufen“.

Wie gehen die Kandidaten mit Geld um

Nächste Frage: Wie wollen die Kandidaten mit den Finanzen umgehen? Nach dem Verkauf des Bundeswehrgeländes stehe Kirchseeon gut da, sagt die nur anfangs nervöse Oberhauser-Hainer. Sie will die Toiletten und Parkplätze der ATSV-Halle erneuern und einen Gewerbeentwicklungsreferenten einstellen. Ohne Baugrund mache dieser Referent keinen Sinn, sagt Paeplow. Wichtig sei ihm die Sanierung der Eglhartinger Schule, das sei ein großer Brocken für den Haushalt. Ciccia will den Schulden mit mehr Einnahmen begegnen. Kleine Firmen könnten sich in Kirchseeon einrichten. Auch ihm sind Kindergarten und Schule wichtig: „Schulden für Kinder sind gute Schulden“.

Was sind die wichtigsten Themen im Landkreis Ebersberg für die anstehenden Kommunalwahlen?

Der UWG-Kandidat nennt die B304 „die unendliche Geschichte“. Es brauche eine Umfahrung, einen Tunnel lehnt Seidlinger ab. Oberhauser-Hainer ist da anderer Meinung: wenn keine Umgehung, dann einen Tunnel. Was den Bahnlärm betrifft, pochen alle Kandidaten auf moderne Lärmschutzwände von der Bahn.

Windräder im Gemeindegebiet können sich alle Kandidaten gut vorstellen. „Ein, zwei, drei Windräder rund um Buch, dann ist gut“, sagt die Grünen-Kandidatin. Nur Paeplow ist skeptisch: Er will erst das Potenzial von Sonnenenergie ausnutzen.

Am Ende des Abends konnten die Bürger Fragen stellen. Sie entscheiden am 15. März, wer Chef im Rathaus wird.

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