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Abiturfeier in der Aula des Gymnasiums Kirchseeon: Für Schüler, Eltern und Lehrer ein freudiges Ereignis. 

Abifeier am Gymnasium Kirchseeon

Ratschlag der Schulleiterin zum Abschied: „Hören Sie nicht auf Alexa!“

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„Wir müssen die Probleme lösen. Wir sind die Zukunft, die etwas bewegen kann.“ Die Abiturientensprecher Patrick Groos und Valentin Magis gaben sich bei der Zeugnisverleihung am Gymnasium Kirchseeon zuversichtlich.

Kirchseeon – „Wir können zwar keine Steuererklärung schreiben, aber ein Gedicht analysieren.“ Scherzhaft auch die Erinnerung an das „wohl schwierigste Matheabitur aller Zeiten“, das bundesweit in den Medien Niederschlag fand.

Drei Stichwörter für den Jahrgang? Innovativ, kreativ, begeisterungsfähig. Die Oberstufe? Anstrengend, aber locker, die beste Zeit in der Schule. Partys mit zu vielen Gästen. Aufregende Klassenfahrten. Die Schüler erinnerten auch an die verstorbene Gründungs-Direktorin des Gymnasiums Gabriele Söllheim. Das Motto des Jahrgangs war übrigens: Die Götter verlassen den Olymp. „Das Abitur ist geschafft, unsere Odyssee noch lange nicht“, hieß es.

Soziale Medien als Thema

Direktorin Simone Voit griff die griechische Mythologie auf und verwies auf den zehnjährigen Kampf von Zeus gegen die Titanen. „So lange wart ihr gar nicht hier.“ Dann ging sie vor allem auf die Diskussionen in den sozialen Medien ein. Da würden Fakten ignoriert und vieles vereinfacht. Sich mit Fakten auseinander zu setzen möge zwar schwer sein. Und es gebe auch nicht die eine Wahrheit.

Sie warnte die Abiturienten: „Nutzen Sie ihren Verstand, rennen Sie nicht allem hinterher.“ Die Absolventen sollten Populismus entgegen treten. „Das Rüstzeug sollten wir Ihnen mitgegeben haben. Das war unser Job.“ Die Grundrechte endeten nicht dort, wo die digitale Welt beginne. Man brauche einen zivilisierten Umgang miteinander. Meinungsverschiedenheiten seien das normalste in der Welt. „Man muss miteinander reden.“ Sprachlosigkeit sei ebenso wenig eine Lösung wie Hetze. Und dann der Auftrag: „Setzen Sie sich dafür ein, dass Rote Linien nicht überschritten werden. Kämpfen Sie dafür. Das wünschen wir uns von Ihnen. Ich bin sicher, dass wir Sie nicht zu Egoisten ausgebildet haben.“ Dazu noch die Ratschläge: „Verlassen Sie ihre digitalen Blasen und hören Sie nicht auf Alexa. Ihr Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Und erhalten Sie sich ihre Wurzeln.“

Zeugnisvergabe mit alten Fotos

Die Zeugnisvergabe, zu der die Absolventen einzeln aufgerufen wurden, begleitet von einem jeweils speziellen Lied und Bildern aus der Kindheit an der großen Videowand, machte deutlich, wie breit das Engagement der Absolventen über den normalen Schulbetrieb hinaus war, von Schulmannschaften über das Sporttheater bis zum Orchester. Denn dieses Engagement wurde jeweils mit erwähnt. Klar auch: Überragende Schulnoten schließen sehr gute sportliche Leistungen nicht aus.

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Dass die Stimmung in der Schule sehr gut ist, zeigte sich, als Direktorin Voit bei einer Tanzaufführung auf der Bühne dabei war und ihr dabei ein junger Mann quasi über den Kopf stieg. Großen Applaus erhielt die Big Band für „Let me entertain you“ sowie für kräftige, aber gleichzeitig melodische junge Frauenstimmen.

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