Ernst Peller, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Kirchseeon (re.), gibt an einen Schüler eine Schutzmaske aus.
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Ernst Peller, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Kirchseeon (re.), gibt an einen Schüler eine Schutzmaske aus.

Abschlussklassen „rücken ein“

So lief der erste Schultag am Gymnasium Kirchseeon

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Am Gymnasium Kirchseeon stehen die Abiturienten am Montag Schlange, um in den Unterricht zu dürfen. Es staut sich, bereits ab 7.30 Uhr. Wir waren dabei.

Kirchseeon –  Vor dem Haupteingang sam Gymnasium Kirchseeon sind rechts und links Tische aufgestellt. „Jeweils zwei Tische hintereinander“, ordnet Schulleiterin Simone Voit an. „So halten wir den Sicherheitsabstand.“

Herzlich willkommen und Abstand halten!

Nach dem Beschränkungen in der Corona-Pandemie dürfen zunächst wieder die Abschlussklassen in den Schulhäuser. 120 junge Leute sind es in Kirchseeon, abgesagt habe niemand. Herzlich willkommen“, freut sich Voit mit Blick auf die Jugendlichen. „Abstand halten“, dirigiert derweil Stefan Mühlfenzel (Mitglied der Schulleitung) die Ankommenden. Verteilt werden Schutzmasken aus einer großen Tüte. Dazu ein Informationsblatt, das sich die Schüler von einem Stapel holen. „Bitte mitnehmen, etwas weggehen, genau lesen und die Masken anlegen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Ernst Peller, der ebenso wie Voit hinter den Tischen steht.

Aus einem Spender könne sich die Jugendlichen mit Desinfektionsmitteln die Hände reinigen. Schon vor Corona, als es im Dezember um die echte Grippe, die Influenza,  ging, hatte das Gymnasium entsprechende Mittel besorgt und eingelagert. „Das kommt uns jetzt zugute.“ Am vergangenen Wochenende waren Lehrer noch unterwegs. Ich habe einige Halbliter-Flaschen gekauft und war erstaunt, dass es das noch gab.“ Die Unterstützung durch die Apotheken in der Umgebung sei sehr gut. Und auch vom Landratsamt sei Material geliefert worden.

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Es geht nur um die Abifächer

Lucie Oeckl, Schülersprecherin

Der Unterricht wird anders ablaufen als bisher. Es geht nur um die Abiturfächer, aber das ganz intensiv. Beispielsweise an einem Tag vier Unterrichtsstunden Deutsch, am nächste vier Stunden Mathematik. Die Kurse wurden geteilt, die Jugendlichen sitzen mit Abstand in den Klassenzimmer. Ein Zeichen für den geänderte Rhythmus ist, dass der übliche Gong ausgeschaltet ist. Pausen werden individuell organisiert. Lehrer achten darauf, dass sich die Schüler an neuralgischen Stellen wie den Gängen nicht zu nahe kommen.

Der Wiederbeginn des Unterrichts sei intensiv organisiert worden, sagt Mathe-Lehrer Mühlfenzl. In der Einschränkungsphase seien von den Lehrern über das Internet viele Ideen gekommen ebenso wie von den Eltern. „Ich haben selbst Kinder in unterschiedlichen Schulen, da wurde viel geleistet. Den Präsenzunterricht kann das aber nicht ersetzen.“

Schülern Sicherheit vermitteln

So sieht dies auch Schülersprecherin Lucie Oeckl (17). „Ich finde se gut, dass wir alle wieder das sind und dass es los geht. Zuhause bleiben zu müssen, war schon eine besondere Situation.“ Einige ihre Mitschüler hätten sich im Vorfeld bei ihr gemeldet. „Sie waren unsicher, wie das jetzt  mit den Noten geregelt wird.“ Da seien gute Lösungen gefunden worden, erklärt Mühlfenzl. „Unsere Aufgabe ist es jetzt, den Schülern Sicherheit zu vermitteln, auch dass sie ihr Abitur schreiben können.“

Positiv ist laut Schülersprecherin Oeckl, dass nun in kleineren Gruppen gelernt werden könne. „Es wird mit Sicherheit funktionieren.“ Nach dem Abitur will sie übrigens Lehramt fürs Gymnasium studieren, Englisch und Deutsch. Mühlfenzel, der mit Abstand neben ihr steht, ist sichtlich begeistert. „Das freut mich richtig, auch in der derzeitigen Situation.“

Derweil gehen die die Schüler weiter zur Maskenausgabe. „Der Nächste bitte“, ruft Schulleiterin Voit und ist sehr zufrieden, als die Jugendlichen im Haus sind. „Als es hier alles leer war, war es keine Schule, und nur mit den Abiturienten ist es das auch noch nicht. Das Problem werden wir noch länger haben.“ Ihr Stellvertreter Peller meint, „Mit der Abschlussklasse haben wir es jetzt hinbekommen, mit mehr Schülern wir es schwierig werden.“ Aber ein Anfang ist gemacht.

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