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Gratulation: Jubilar Josef Schütze (r.) mit Bürgermeister Udo Ockel und dem stellvertreten den Landrat Toni Ried.

Runder Geburtstag

Fitter Friseurmeister – mit 100

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Kirchseeon  - Den Brief des Bundespräsidenten liest Josef Schütze ohne Brille. „Schön, dass auch so jemand daran denkt“, meint der Jubilar und grinst. In Kirchseeon feiert der Friseurmeister jetzt seinen 100. Geburtstag.

„Dass sie mich nicht vergessen haben, ist sehr gut.“ Schütze feiert seinen 100. Geburtstag im AWO-Seniorenheim Kirchseeon. Ein Teil der Familie, darunter seine drei Kinder – ein Sohn, zwei Töchter – kam zum offiziellen Termin mit Bürgermeister und Landratstellvertreter an den Dachsberg. Gemeinsam wird die Familie am kommenden Wochenende den Geburtstag begehen. Vier Enkel und ein Urenkel gehören zur Familie.

Geboren wurde Schütze in Simmern im Hunsrück (Rheinland-Pfalz), als einziger Sohn. Er lernte Friseur. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Wehrmacht eingezogen, war als Funker an der Westfront im Einsatz. Das Kriegsende erlebte er als Soldat in Bayern, wurde in der Nähe von Ebersberg aus der Armee entlassen. Weil bei ihm zu Hause alles zerbombt war und seine Familie den Krieg nicht überlebt hatte, blieb er im Freistaat. Schütze wurde in einem Haus in der Nähe des Ebersberger Klostersees einquartiert und verliebte sich in die Tochter des Hauses, Theresia. Als deren Vater aus der Gefangenschaft nach Hause kam, wurde geheiratet.

Schütze war Friseur in Ebersberg, Grafing und Grafing-Bahnhof

Auch wirtschaftlich kam Schütze wieder auf die Beine, arbeitete als Friseur, zunächst in Ebersberg, später in Grafing-Bahnhof und in Grafing. Josef Schütze machte seine Meisterprüfung und eröffnete sein eigenes Geschäft. Aufgegeben hat er seinen Salon erst, als der Pachtvertrag für den Laden auslief. Er orientierte sich neu und arbeitete im Landtag im Archiv.

Gemeinsam mit seiner Frau ging der Jubilar gerne spazieren und reiste. Tanzen war ebenfalls eine Leidenschaft des Paares. Vor allem im Fasching waren sie viel unterwegs, gerne in einer der damaligen Hochburgen des närrischen Treibens, in der Grafinger Stadthalle, die in den 60er Jahren noch eine Turnhalle war.

Auch der Garten war dem Jubilar sehr wichtig. Noch mit weit über 90 Jahren mähte er gemeinsam mit seinem Enkel den Rasen. 1992 zog die Familie wieder in das Haus von Theresias Eltern nach Ebersberg zurück.

Seit drei Jahren lebt Josef Schütze nun im AWO-Seniorenheim in Kirchseeon. Zwischenzeitlich saß er im Rollstuhl, hat sich aber wieder aufgerappelt. Oft löst er Kreuzworträtsel, liest die Ebersberger Zeitung, schaut Fernsehen und unterhält sich über die großen Themen der Weltpolitik und die kleinen Geschehnisse der Umgebung.

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