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Herbert "Harry" Blöchl (75) ist tief verwurzelt. In Kirchseeon und in der SPD.

50 Jahre im Gemeinderat

Der rote Bernhardiner

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Kirchseeon - Einer Sache fünf Jahrzehnte treu zu bleiben, erfordert Zähigkeit und Leidenschaft. Beides besitzt Herbert „Harry“ Blöchl aus Kirchseeon. Seit 1966 sitzt das SPD-Urgestein dort im Gemeinderat – ohne eine einzige Unterbrechung.

Das Rezept für seine Lebensleistung erklärt Herbert Blöchl ganz pragmatisch: „Wenn man jung ist, sofort anfangen und dann immer wieder kandidieren.“ Angefangen hat Blöchl, so früh es ging. Mit 25 Jahren bewarb er sich erstmals als Gemeinderat – damals noch das Mindestalter für das Amt.

Dass ihn die Kirchseeoner seither bei jeder Kommunalwahl im Amt bestätigt haben, zeigt, welche hohe Anerkennung der heute 75-Jährige in der Marktgemeinde genießt. Mehr als 30 Jahre lang war Blöchl dort außerdem SPD-Fraktionsvorsitzender und saß für die Partei 18 Jahre lang im Ebersberger Kreistag. So hat er das Geschick der Kommune Kirchseeon und des Landkreises Ebersberg maßgeblich mitgestaltet. 2020 will er nicht mehr antreten. „Irgendwann muss Schluss sein“, sagt er trocken.

Wenn Blöchl von seinen politischen Erfolgen spricht, dann sagt er „Wir“, nicht „Ich“: „So etwas schafft man nie ganz alleine.“ Gemeint mit dem „Wir“ ist die SPD, seine politische Familie. Und Blöchl ist stolz auf das, was er mit seiner Partei über die Jahrzehnte erreicht hat. Bei seinem Amtsantritt 1966 hatte Kirchseeon knapp 5000 Einwohner, inzwischen sind es gut doppelt so viele. Solches Wachstum will gerecht gestaltet werden, das wird der Gemeinderat nicht müde zu betonen. „Die SPD ist Spitzenreiter im sozialen Wohnungsbau“, sagt er dann. „Wir haben auch viel für die Bildung getan, zum Beispiel für Eglharting eine ganz neue Schule gebaut.“

Umgekehrt weiß auch die Kirchseeoner SPD, was sie an Herbert Blöchl hat. Am heutigen Freitag versammeln sich zu seinen Ehren viele ehemalige und aktuelle Weggefährten aus der Politik, darunter Kirchseeons SPD-Altbürgermeisterin Uschi Bittner und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer.

"Auf vielen Karrierewegen hättest du ein Großer werden können"

Peter Dingler, Altbürgermeister von Vaterstetten, saß mit Blöchl viele Jahre im Kreistag, zwischenzeitlich bildeten die beiden das Führungsduo der Fraktion. Dingler hat anlässlich des Jubiläums seines Parteikollegen eine Laudatio auf seinen langjährigen Parteigenossen verfasst. „Auf vielen Karrierewegen hättest du ein Großer werden können“, bescheinigt er ihm darin, „wer wäre – hättest du kompromisslos und polit-stromlinienförmig nur gewollt – an dir vorbeigekommen?“

Blöchl aber waren andere Dinge wichtiger. Man habe ihm zwar in den Siebzigern eine Landtagskandidatur angetragen, „aber ich war selbstständig, das hat beruflich nicht gepasst“.

So hielt er seiner Gemeinde Kirchseeon die Treue und hat nun ein halbes Jahrhundert Kommunalpolitik auf seinem „runden Bernhardiner-Buckel“, so Dingler weiter. Als Herbert Blöchl diese Formulierung hört, muss er lachen. So ganz weiß er zuerst nicht, was er damit anfangen soll. Dann aber kommt ihm eine Vermutung: „Bernhardiner sind eine dieser Hunderassen, auf die man sich immer verlassen kann. Vielleicht ist es das, was gemeint ist.“ Der Schluss liegt nahe.

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