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Der Look sitzt: Die Schüler vom P-Seminar „Bienen“ am Gymnasium Kirchseeon in Arbeitskleidung vor ihren Bienenstöcken. Auf dem Bild sind die Jungimker (vorne v.l.) Marcelo, Alex, Felix und Markus mit (hinten v.l.) Lehrerin Kathrin Beimler, Oliver Brandhuber von der Raiffeisenbank Zorneding, Hauptsponsor neben Rewe und der Sparkasse, sowie die Schüler Tobias und Yvonne.

Bienenfleißige Gymasiasten

Imkern macht Schule

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Kirchseeon - Ein besonderes Projekt haben sich 14 Elftklässler des Gymnasiums Kirchseeon ausgedacht: Sie züchten auf dem Schulgelände Bienen und wollen selbst Honig produzieren.

Kirchseeon – Ausgestorbene Gänge, verwaiste Klassenzimmer, eine menschenleere Aula – die Pfingstferienstille hat sich über das Gymnasium Kirchseeon gelegt. Schüler wie Lehrer sind ausgeschwärmt und pausieren zwei Wochen vom Schulalltag. In einer Ecke des Geländes aber herrscht geschäftiges Treiben. Dort sind emsige Arbeiter am Werk, die keine Ferien und kein Wochenende kennen.

Auch diese Truppe schwärmt aus, vom Morgengrauen bis zur Dämmerung. Erholung haben die gut 45 000 Bienen aber nicht im Sinn, die in zwei sogenannten „Beuten“ im Gebüsch hinter dem Sportplatz wohnen. Sie sammeln emsig Nektar im Dienste ihres Stocks.

Und im Dienste des Praxisseminars „Bienen“: Zu diesem haben sich 14 Schüler und Schülerinnen zusammengefunden. Die Elftklässler züchten unter Anleitung ihrer Biologielehrerin Kathrin Beimler ihr eigenes Bienenvolk. Als Ziel haben sie sich gesteckt, beim Sommerfest der Schule im Juli selbstgemachten Honig zu verkaufen. Damit soll das Projekt jedoch nicht beendet sein. Künftige Schülergenerationen sollen beispielsweise im Rahmen eines Wahlkurses die Bienenvölker am Gymnasium Kirchseeon weiter erhalten und betreuen.

„Das ist mal was ganz anderes, eben ein richtiges Praxisseminar“

Imkern ohne Vorerfahrung – ein ambitionierter Plan, der viel Vorbereitung braucht. „Jeder kümmert sich um einen bestimmten Aufgabenbereich“, erklärt Yvonne (16). Die einen haben die Imkerausrüstung besorgt, die anderen selbst eine Bienenbeute gezimmert. Wieder andere bereiten den Verkauf vor, besorgen Honiggläser, knüpfen Kontakte zu Imkern. Sogar für Presse und Sponsoren gibt es eigene Ansprechpartner im Seminar.

„Das ist mal was ganz anderes, eben ein richtiges Praxisseminar“, erklärt Yvonne, weshalb sie sich für den ungewöhnlichen Kurs entschieden hat. Die Schüler haben sich intensiv auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet, schließlich sind Bienen empfindliche Lebewesen. Felix (17) erzählt: „Jeder hat ein Referat zu einem bestimmten Thema gehalten. Das nötige Wissen haben wir uns angearbeitet.“

Zur Unterstützung haben die Gymnasiasten Kontakt zu mehreren erfahrenen Imkern in der Umgebung aufgenommen, darunter dem Imkerverband München-Ost. „Der steht uns mit Rat und Tat zur Seite und übernimmt auch das Honigschleudern für uns“, ist Yvonne dankbar für die fachkundige Hilfe.

30 bis 40 Kilo Honig erhoffen sich die Kirchseeoner Jungimker

30 bis 40 Kilo Honigausbeute erhoffen sich die Kirchseeoner Jungimker. Bis dahin steht ihnen aber noch einiges an Arbeit ins Haus. Praktisch gefordert war der Kurs gleich zu Beginn: 45 000 Bienen waren zu viel für ein Volk, weshalb es die Schüler teilen mussten. „Wir haben ein zweites Volk gebildet, damit das erste nicht ausschwärmt“, erklärt Felix. Yvone ergänzt: „Mit der anstehenden ersten Obstblüte im Frühjahr vermehren sich die Bienen. Dann werden es richtig viele.“

Den Nektar sammeln die arbeitsamen Tiere in einer Umgebung von bis zu acht Kilometern aus Gärten, Feldern, Büschen und Bäumen. Die Schüler tragen derweil – bienenfleißig – ihre Beobachtungen und Erkenntnisse in einem Portfolio zusammen; am Ende soll sich die Mühe schließlich nicht nur in Honig, sondern auch in einer guten Note auszahlen, die ins Abiturzeugnis einfließt.

Gleichzeitig achten die Elftklässler sorgsam auf ihre emsigen Honigsammler, damit nicht die Varroamilbe, ein gefürchteter Bienenparasit, oder sonstiges Unheil über die beiden Bienenvölker kommt. Das bedeutet, dass Felix, der ganz in der Nähe der Schule wohnt, auch während der Ferien öfter nach dem Rechten sehen wird. Reger Betrieb also am Gymnasium Kirchseeon, trotz der Pfingstferienstille.

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