Gemeinderat stellt die Weichen

Kirchseeon konzentriert den Kiesabbau

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Die Richtung ist klar: Nur in Buch und in Eglharting soll es an den bisher schon genutzten Standorten Kiesabbau im Gemeindegebiet Kirchseeon geben. Und die Gesamtfläche soll sich im Grundsatz nicht vergrößern.

Kirchseeon –  Wenn neue Flächen erschlossen werden, sollen im Gegenzug andere Flächen rekultiviert werden. Also ein Abbau in Schritten. Diese Grundzüge sollen im Flächennutzungsplan umgesetzt werden, wie jetzt der Marktgemeinderat beschloss. Nun werden die Unterlagen erneut ausgelegt. In dieser Zeit können weitere Anregungen eingereicht werden.

Hintergrund: Kiesabbau ist in Kirchseeon ein Dauerthema. Unter anderem gab es im Jahr 2009 heftige Proteste, als ein Unternehmer in der Nähe des Gymnasiums Kies abbauen wollte. Initiiert wurde mit 582 Unterschriften gegen das Projekt ein sogenannter Bürgerantrag. Das ist eine kleine Form eines Bürgerbegehrens. Das Vorhaben wurde aufgegeben. Als Konsequenz wurde schon im Jahr 2012 angedacht, dass die beiden Kiesabbauflächen in Buch und Eglharting als so genannte „Konzentrationsflächen“ im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden, um an anderer Stelle im Gemeindegebiet in Zukunft jeglichen Kiesabbau auszuschließen.

Beschlossen ist, dass der Kiesabbau an der westlichen Gemeindegrenze bei Eglharting zwischen B 304 und Bahnlinie in Richtung Kirchseeon weiter wandern wird.

Widerstand gab es gegen die Erweiterung des Abbaus in Buch. Die Anwohner befürchteten zu große Nähe des Abbaus zum Ort und auch deutlich mehr Verkehr. Nun heißt es, eine Zufahrt zur Abbaufläche im Norden des Areals sei nicht vorgesehen. Bei gleicher Intensität des Abbaus sei kein über das bisherige Maß hinausgehender Verkehr zu erwarten, so die Stellungnahme aus dem Rathaus. Zudem sei mit einem weiteren Abrücken der Abbaufläche auf mindestens 250 Meter zum Ortsrand von Buch im Vergleich zur bisher dargestellten Abbaufläche eine Verbesserung der Situation zu erwarten. Abgeklärt wurde laut Verwaltung auch, ob es möglicherweise zu Konflikten zwischen dem Kiesabbau und der Trinkwasserschutzzone kommen könnte. In Abstimmung des Regionalen Planungsverbandes und dem Rosenheimer Wassserwirtschaftsamt hieß es, dass der Bodenschatzabbau aus wasserwirtschaftlicher Sicht nicht ausgeschlossen sei. Wichtig auch: Über der örtlichen Planung steht noch der Regionalplan, an dem sich die Gemeinde orientiert.

Skepsis gab es in Rahmen der Planungen vor allem bei den Grünen. Hier scheinen die Zweifel teilweise ausgeräumt. „Wir haben unser Bestmögliches getan“, erklärte jetzt Grünen-Gemeinderätin Natalie Katholing in der Sitzung. Aber: Es sei vieles erlaubt, „was nicht unbedingt gut ist“, fügte sie hinzu. Unter anderem beim Thema Wasser wollen die Grünen dran bleiben.

Vizebürgermeisterin Barbara Burgmayr-Weigt (CSU), die die Sitzung leitete, betonte am Schluss der Debatte: „Wir haben alles abgearbeitet.“

Rubriklistenbild: © unbekannt

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