Neues Leben in altem Bauernhaus

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Kirchseeon - St. Zeno: Ehemaliger Schafbauerhof zur Kinderkrippe umgebaut - Boden tiefer gelegt

Von außen sieht es aus wie ein normales Wohnhaus. Doch das Innenleben des Gebäudes auf dem Gelände des Berufsbildungswerks Kirchseeon geht teilweise zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Das hatte auch Auswirkungen auf den Umbau. Es ging unter anderem in den Untergrund.

Der „Schafbauerhof“, die spätere Keimzelle des Berufsbildungswerks, wurde um 1850 errichtet. Mit den Jahren kamen am Haus, das am Hang neben dem aktuellen Verwaltungsgebäude liegt, Anbauten dazu. Das Erscheinungsbild änderte sich grundsätzlich, die innere Struktur blieb jedoch gleich.

Jetzt wurde eine Etage des Hauses zu einer Kinderkrippe umgebaut. Darüber sind weiter Wohnungen. Sie werden von Jugendlichen genutzt, die hier eine Ausbildung durchlaufen.

Rückblick: 1956 hatte das Ehepaar Schafbauer aus Gesundheitsgründen das Anwesen „Schafbauerhof“ an das Jugendsozialwerk München übergeben. Das Gebäude und das große Grundstück wurden in eine Stiftung eingebracht. Aus dem landwirtschaftlichen Anwesen wurde der „Jugendhof Werner“. Später entwickelte sich die Einrichtung weiter zum Berufsbildungswerk. Dort werden heute Jugendliche, die besondere Förderung brauchen, bei ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt. Jetzt kommt ein neues Standbein hinzu, nämlich die Krippe. Träger der Einrichtung ist das Jugendsozialwerk.

Anfang September sollen in den umgebauten Räumen bereits Mädchen und Buben spielen können. Eine Vorgruppe gibt es bereits. Sie ist aktuell noch im Konferenzraum des Internats untergebracht. Zwei Krippengruppen mit jeweils zwölf Plätzen sind in der Einrichtung vorgesehen. Aktuell laufen die letzten Arbeiten der Handwerker. Gleichzeitig werden schon die Fenster geputzt. Wer die hellen Räume betritt, kann sich kaum vorstellen, was hier in den vergangenen Monaten alles passiert ist. Ein halbes Jahr wurde geplant, dann wurde ein Jahr lang umgebaut.

Das Projekt war nicht einfach. Unter anderem mussten die Vorgaben des Brandschutzes beachtet werden, auch an der Decke. Die Räume waren dann nicht hoch genug, um als Kinderkrippe genutzt zu werden. Die Lösung: Boden aufreißen und etwa 80 Zentimeter tief ausgraben. Unter dem Bauernhaus gab es keinen Keller. Eingesetzt wurde für die Arbeiten auch ein Minibagger. Dann wurde eine neue, quasi tiefer gelegte Bodenplatte eingebaut. Damit konnte dann gleich auch in puncto Wärmedämmung einiges gemacht werden. Da habe es beim alten Haus „weit gefehlt“, so die für das Projekt zuständige Münchner Planerin Ursula Beigler. Zusätzlich zu Heizkörpern gibt es eine Heizung in der Wand: Warme Wände zum Wohlfühlen. In den Schlafräumen ist eine Bodenheizung installiert.

Insgesamt stehen für die Krippe künftig rund 300 Quadratmeter zur Verfügung. „Wir haben geschaut, dass die Räume großzügig sind“, erklärt die Planerin. Auch der Flur ist breit angelegt. Die indirekte Beleuchtung lässt die Räume höher erscheinen und vermittelt ein warmes Licht. Neue Fenster wurden eingesetzt. Eines, umrahmt von einem hervorspringendem Holzkasten, sieht aus wie eine Sitznische mit viel Sonne.

Für Bernd Zimmer, Geschäftsführer des Berufsbildungswerks, ist die Krippe eine gute Ergänzung zum bisherigen Bildungsangebot der Einrichtung. Sie sei auch vom Stiftungszweck gedeckt. Die Räume waren frei geworden, weil nicht mehr so viele Plätze für das Internat benötigt werden. Da sei die Nutzung für kleine Kinder eine gute Alternative.

Betreuungspersonal für die Krippe ist bereits vorhanden. Finanziert wird der Umbau von der Gemeinde. „Das Projekt ist billiger als ein Neubau“ Zimmer ist von der neuen Nutzung überzeugt. Er könnte sich durchaus vorstellen, die Krippe durch einen Kindergarten zu ergänzen. Und: „Ich glaube, dass auch die Familie Schafbauer zufrieden wäre.“

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