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Das Auto ist startklar, nur die Teamaufkleber fehlen n och. Victoria Wolter (28) und Gregor Melhorn (36) freuen sich darauf, dass es bei der Baltic Sea Circle Rallye bald los geht.

Victoria Wolter (28) und Gregor Melhorn (36) nehmen an der Baltic Sea Circle Rallye teil

Ab in den Süden? Von wegen: Dieses Trio zieht‘s 7500 km in den Norden

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Es ist ein Abenteuer, das Victoria Wolter (28) und Gregor Melhorn (36) aus Zorneding planen. Sie wollen an einer ganz speziellen Rallye teilnehmen, von Hamburg bis zum Nordkap.

Kirchseeon/Zorneding – Große Reiseerfahrungen haben sie noch nicht, schon mal in die Türkei oder längere Mountenbiketouren. Jetzt aber die Baltic Sea Circle Rallye, 15 Tage, 7500 Kilometer, mit speziellen Regeln. Es geht durch insgesamt zehn Länder, GPS und Autobahnen sind nicht erlaubt, und das Fahrzeug muss mindestens 20 Jahre alt sein. Der Rückweg erfolgt über Russland.

Spenden für gemeinnützige Projekte

Außerdem muss jedes Team vorab Spenden für gemeinnützige Projekte sammeln. „Wir haben uns zum einen die DPSG Pfadfinder in Kirchseeon ausgesucht“, so Gregor Melhorn, der auch Hund Tyron dabei hat. „Ich war zwar nie bei den Pfadfindern, finde das, was sie machen sehr gut, Kontakt mit der Natur und das gemeinschaftliche Erleben, das ist uns auch wichtig.“

Das Paar war bei der 40-Jahre-Jubiläumsfeier der Organisation und war total begeistert. „Wir haben viele nette Leute kennengelernt. Klasse Organisation , alle packen von Klein bis Groß mit an, super Stimmung und wir haben das Gefühl, dass wir hier mit unserer verhältnismäßig kleinen Aktion einfach sehr viel bewegen können.“ Die Verbindung zu Kirchseeon haben sie, weil sie im Ort gegenüber des Rathauses einen Tattoo-Laden betreiben. Ein Drittel der Spenden soll an die Organisation „Sea Shepherd“ zum Schutz der Meere gehen.

Kirchseeoner Pfadfinder profitieren

„Eigentlich wollten wir schon im vergangenen Jahr fahren“, erzählt Melhorn. Aber das hat es mit dem Auto nicht geklappt. Das Paar besaß zwar schon einen Chevrolet M 1009. Das ist die Militärversion eines bekannten amerikanischen Geländewagens. Aber da gab es Probleme mit der Stabilität der Karosserie. Monatelang hat Melhorn Kleinanzeigen durchforstet. „Die Preise steigen.“ Quasi auf den letzten Drücker hat es geklappt.

Das Gefährt, Baujahr 1985, hat einen Dieselmotor, braucht auf 100 Kilometer etwa zwölf Liter. „Das ist ok“, sagt Melhorn. Als Benziner würde das Fahrzeug sehr viele mehr schlucken. Bei einem Freund in Pfaffenhofen wurde der Chevy in einer Hobby-Werkstatt hergerichtet „Ich bin kein Kfz-Mechaniker, habe mir aber selbst viel beigebracht“, sagt der Zornedinger. Und da gab es ja auch den Freund, den Kfz-Meister.

Zelt auf dem Dach

Auf dem Dach ist übrigens ein Zeltaufbau. „In dem wird es mit einer Verbindung zur Standheizung des Autos sogar warm.“ Victoria Wolter und Gregor Melhorn werden als Zweier-Team fahren. „Wir hätten zwar noch Platz für andere Mitfahrer, aber zwei Wochen auf engstem Raum?“

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Oldtimerkennzeichen und ein Jahr TÜV

Der Chevy hat ein Oldtimer-Kennzeichen und noch ein Jahr TÜV. Das Team heißt übrigens „6000 Pounds of metal“. Das entspricht in etwa dem Gewicht des Geländewagens, der ja auch aus Metall sei „und nicht aus Plastik, wie viele anderes Autos heutzutage“, so Melhorn. Außerdem hörten er und seine Freundin gerne Metal-Music.

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Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen. „Ich freue mich, wenn wir endlich fahren können“, sagt Gregor Melhorn. Und Victoria Wolter fügt hinzu: „Das ist unser Auto und ich sitze natürlich auch am Steuer.“ Zur Vorbereitung und zur besseren Kommunikation unterwegs hat sich Melhorn ein spezielles Übersetzungsbuch gekauft. Da sind Bilder und Symbole drin, auf die man deuten kann. „Damit kommen wir schon durch.“

250 Teams am Start

250 Teams werden am Start sein. Die Wertung beruht auf verschiedenen Kriterien. „Es gibt Punkte für unterschiedliche Aufgaben. Wir müssen nicht gewinnen.“ Für das Paar ist die Rallye zunächst ein Auftakt und ein Ausprobieren für längere Reisen.

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