Er soll Druck auf allen Ebenen machen

Kirchseeoner gründen Arbeitskreis gegen Bahnlärm

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„Jetzt gibt es ein Zeitfenster, das wir nutzen müssen“, forderte Initiatorin Susanne Höpler. Das Ziel ist klar: Die Gemeinden sollen an einem Strang ziehen gegen den Bahnlärm. Das wurde bei der Gründung eines örtlichen Arbeitskreises in Kirchseeon deutlich.

Kirchseeon– Rund 30 Teilnehmer hatten sich zur Gründung der Kirchseeoner Gruppe eingefunden, darunter auch Gäste aus Zorneding und Grafing. Peter Pernsteiner, Gemeinderat in Zornending und Leiter der dortigen AG Bahnlärm, wollte wachrütteln: „Viele meinen, das ist alles harmlos.“ Zu erwarten seien jedoch mit dem Brenner-Basistunnel sehr viel mehr Züge nach München. Um die Bevölkerung vor dem zusätzlichen Lärm zu schützen, sei im Landkreis nur sehr wenig vorgesehen. Eine diskutierte Umleitung der Züge über Mühldorf ist aus seiner Sicht kein Alternative. „Das kann man sich aus dem Kopf schlagen für die nächsten 25 Jahre.“

„Schneller, länger und schwerer“ würden die Züge werden, so Höpler. Verstärkt würde diese Entwicklung durch die Maut für die Straße und Subventionen für die Bahn. Erreicht werden müsse, dass die Ausbaustrecke von Grafing bis Trudering einer Neubaustrecke gleichgesetzt werde. Dann gebe auch es strengere Lärmgrenzwerte. Ebenso sieht dies Pernsteiner. Bei der Verbindung handle es sich um eine Ausbaustrecke im europäischen Netz. Er bezweifelt, dass nach den dann geltenden Lärmgrenzwerten die üblichen Maßnahen ausreichen werden. Dann müsse man die Strecke wahrscheinlich einhausen. Um sich Gehör zu verschaffen, brauche es gleichlautende Beschlüsse der Gemeinderäte, ähnlich denen, wie sie das Zornedinger Gremium bereits einstimmig verabschiedet habe.

Man müsse auf allen Ebenen Druck machen, so Höpler. Es sei Zeit, gegen den Bahnlärm aktiv zu werden. „Ich habe die ganzen Jahre in Kirchseeon auch gedacht, da kann man nichts machen.“ In Österreich passiere aber sehr viel. „Wir sind jetzt nicht die, die warten, bis andere etwas tun.“ Man müsse den Verantwortlichen auf die Finger schauen. Und: „Unser Gesprächspartner ist nicht die Bahn.“ Die führten nur Aufträge der Politik aus.

Kritik gab es aus der Runde der Teilnehmer daran, dass nur so wenige Kirchseeoner zur Veranstaltung gekommen waren. „Ohne die Bevölkerung geht es nicht, so CSU-Gemeinderat Paul Hörl, der bei der Veranstaltung war. Man habe vom Gemeinderat schon einiges versucht. Das Gremium sei jedoch „an den Dienstweg gebunden“, so Hörl gegenüber derEZ. Ein Arbeitskreis habe ganz andere Möglichkeiten. „Wir werden das aber weiter unterstützen.“ Auch Grünen-Gemeinderätin Natalie Katholing, die am Trefen teilnahm, betonte auf EZ-Nachfrage: „Uns Gemeinderäten ist es wichtig, dass Engagement aus der Bürgerschaft kommt.“ Es müssten sich Leute finden, die sich mit „Herzblut“ einsetzten. „Erreichen können wir nur etwas in der Kombination der verschiedenen Ebenen.“

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