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Geldstrafen waren das Urteil vor dem Amtsgericht Ebersberg.

Nachbarn vor Gericht

Erst fliegen die Schimpfwörter, dann die Fäuste

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Kirchseeon  - Ein Nachbarschaftsstreit endet vor dem Amtsgericht Ebersberg mit drei Geldstrafen. Eine Chance auf eine dauerhafte Versöhnung ist nicht zu erkennen.

Was geschah in der Silvesternacht 2015/16 in einem Treppenhaus eines Mietshauses in Kirchseeon? Sicher ist nur: Erst flogen Schimpfwörter unter Nachbarn hin und her. Begriffe aus der untersten Schublade des deutschen Wortschatzes, die hier nicht genauer bezeichnet werden müssen. Und dann auch die Fäuste. Am Ende ging eine Bewohnerin (51) verletzt zu Boden. In diesen Konflikt direkt verwickelt waren insgesamt wohl mindestens sieben Personen; teils Bewohner, teils Silvesterpartygäste. Drei davon fanden sich nun, elf Monate später, auf der Anklagebank des Amtsgerichts wieder; wegen Beleidigung und falscher Verdächtigungen. 

Wie kam es zu der Auseinandersetzung? Genau das galt es jetzt durch Richterin Vera Hörauf zu klären. Die Darstellungen der drei Beschuldigten – ein Ehepaar und eine dritte Person – und die von vier der sechs geladenen Zeugen (eine Bewohnerin, eine Exbewohnerin, der Exmann der Exbewohnerin und ein Exlebensgefährte der Exbewohnerin) gingen da erwartungsgemäß ziemlich auseinander. Eine Version lautete: In der Nacht entstand im Treppenhaus ein Disput, bei dem sich die Kraft der benutzten Vokabeln zügig verwandelte in die Kraft einiger Oberarmmuskeln. Dabei sei durch einige der direkt beteiligten Zeugen die später angeklagte Frau verletzt worden. Die andere Perspektive: Mal wieder sei es zu Beleidigungen untereinander gekommen, wobei die später verletzte Frau zunächst Wortführerin gewesen sei. Ihr 49-jähriger Mann habe noch versucht, sie zurückzuhalten, dabei sei es aber zu einem Hieb gegen die eigene Frau und so auch zu deren Verletzungen gekommen. Verletzungen, die äußerlich aber nicht unbedingt erkennbar geworden seien, wie weitere Zeugen aussagten. Einigkeit bestand zwischen den beiden Streitparteien lediglich in der Einschätzung, dass es im besagten Haus unter Teilen der Bewohner schon lange extreme Spannungen gebe. Deshalb versuchte Richterin Hörauf eingangs sogar, ein von Fachleuten begleitetes Versöhnungsgespräch, sie nannte es Täter-Opfer-Ausgleich, herbeizuführen. Das aber lehnten die vier als Zeugen geladenen Beteiligten ab.

 Auch nach drei Stunden Verhandlung blieben alle bei ihren Darstellungen. Nach Ansicht der Richterin und des Staatsanwalts sowie nach Auswertung der Aussagen einer in der Nacht herbeigerufenen Ersthelferin und eines alarmierten Polizisten hatten sich die Angeklagten bei der Schilderung der Vorgänge und der Verletzungen jedoch in zu viele Widersprüche verwickelt. Auch sei es zu den falschen Anschuldigungen gegenüber der Polizei gekommen, was am Ende ebenfalls ins Urteil einfloss. Das lautete: 4000 Euro, 1200 Euro und 2750 Euro Geldstrafe für die Angeklagten und die Übernahme der Verfahrenskosten.

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