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Die Pannenserie beim Umbau der Kirchseeoner Schule reißt nicht ab. Jetzt ist auch noch der Heizungsbauer insolvent. Das macht die Arbeiten teurer.

Kirchseeoner Schulhausbau in Schwierigkeiten: Der Heizungsbauer ist insolvent

Pech, Pannen und Pleite

Die Erweiterung und Sanierung der Kirchseeoner Schule steht unter keinem guten Stern.

Kirchseeon – Erst wehte im September 2016 ein Sommergewitter die provisorische Abdeckung vom Dach. Dann stiegen die Kosten von 6,9 auf inzwischen 7,8 Millionen Euro. Und jetzt sorgt die Insolvenz des Heizungsbauers für weiteres Unbill – nämlich für nochmals zwei Monate Verspätung und wieder höhere Kosten.

Die Nachricht des Tages verpackte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) am Montagabend bei der letzten Gemeinderatssitzung im endenden Jahr in den letzten Tagesordnungspunkt. 13 Themen hatte man binnen einer guten Stunde schon im Eiltempo abgehandelt. Schließlich sollte das Ratsgremium zum traditionellen Weihnachtsessen zum Italiener gehen, als unter „Informationen“ der Rathauschef die Minestrone doch noch versalzen musste: Der Heizungsbauer sei in insolvent gegangen.

Laut Ockel wird dieser Umstand nochmals zu Verspätung beim Bauablauf führen. Denn die Sache sei etwas verzwickt. Man könne die Arbeiten nicht einfach jetzt an den zweitgünstigsten Bieter der damaligen Ausschreibung vergeben. Zumal das Gewerk zwar an die insolvente Firma vergeben wurde, die aber zudem noch Subunternehmer mit ins Boot geholt habe.

„Wir müssen ganz neu ausschreiben“, kündigte der Rathauschef den jetzt einzig möglichen Schritt an. Das brauche eben seine Zeit. Mindestens zwei Monate. Und das bringe zu den eingeplanten Kosten in Höhe von rund 200 000 Euro bestimmt auch noch weitere Ausgaben. Seit der damaligen Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten sei schließlich schon ein ganzes Jahr vergangen, erinnerte Ockel. Während diesem seien natürlich auch die Preise gestiegen. Und weil die Konjunktur wie selten brumme, seien schlicht noch höhere Angebotssummen zu erwarten, setzte der Bürgermeister noch eine schlechte Nachricht oben drauf.

Dass dem wohl so sein wird, hatte der Gemeinderat nur zwei Tagesordnungspunkte davor schon hinnehmen müssen: Alle acht Angebote zur Dachabdichtung des an der Münchner Straße entstehenden Kinderhauses, dem nach der Schule nächsten Großprojekt der Gemeinde, waren nämlich deutlich über der Kostenberechnung von fast 200 000 Euro gelegen. Das günstigste, das dann den Zuschlag erhielt, lag immer noch um 68 474 Euro drüber.

Womit die Größenordnung der nun ins Haus stehenden Mehrkosten für die neue Heizung der Grund- und Mittelschule schon genannt war. Mit den Mehrkosten durch das Gewitter in der Nacht vom 16. auf 17. September vergangenen Jahres, bei dem die von einer niederbayerische Firma aus Roding bautechnisch eingezogene Notabdichtung vom offenen obersten Geschoss flog, beschäftigen sich inzwischen Juristen von Versicherungen. Es geht um rund 150 000 Euro.

Durch einen gesamtschuldnerischen Einbehalt bei der Abrechnung der Planer hält sich die Gemeinde derzeit schadlos, was jetzt bei der Neuausschreibung des Heizungsgewerks natürlich nicht möglich ist. Nach Ockels schlechter Nachricht hatte der Gemeinderat keinen weiteren Gesprächsbedarf. Die Sache war ohnehin klar – und längst warteten ja die drapierten roten Servietten auf der langen Tischreihe einige Häuser weiter.

Von Eberhard Rienth

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