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Verkehr auf der Bundesstraße 304 durch Kirchseeon. Seit Jahrzehnten wird über eine Umfahrung gesprochen.

Kirchseeoner Verkehrsproblem

Naturschützer wettern gegen Nordumfahrung

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Kirchseeon - Die Gegner einer Kirchseeoner Nordumfahrung machen mobil. Dass der Gemeinderat beschlossen hat, eine Trasse durch den Forst prüfen zu lassen, hat ein Dreierbündnis auf den Plan gerufen, bestehend aus der Forst-Schutzgemeinschaft, Bund Naturschutz und  Landesbund für Vogelschutz.

Die angeregte Trasse würde das durch Europarecht geschützte Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH) durchschneiden, zeigen sich die Naturschützer alarmiert. Damit einher ginge, dass schützenswerte Natur unwiederbringlich unter einem Asphaltteppich verschwände. Große Zweifel äußert das Dreierbündnis darum an der rechtlichen Durchsetzbarkeit einer Kirchseeoner Nordumfahrung – verbunden mit einer unüberhörbar mitschwingenden Kampfansage: „Eben diese Variante wurde vom Straßenbauamt im Jahr 2010 abgelehnt, da sie naturschutzfachliche und naturschutzrechtliche Konflikte mit langjährigen Klagen zur Folge hätte.“

„Wir sollten endlich begreifen, was für ein großes Privileg es ist, den Ebersberger Forst vor der Tür zu haben, und ihn in voller Größe erhalten“, mahnt das Bündnis an die Adresse der Kirchseeoner Gemeinderäte.

Zudem könnten durch den Bau einer Kirchseeoner Nordumfahrung auch an anderer Stelle Begehrlichkeiten geweckt werden. Der Wald könnte so scheibchenweise dem Städte- und Straßenbau zum Opfer fallen, befürchtet die Schutzgemeinschaft, die sich bereits über Jahrzehnte als streitbare Verfechterin des Ebersberger Forstes gezeigt hat. Ein weiteres Beispiel sei Schwaberwegen in der Nordgemeinde Forstinning, wo es bereits fortgeschrittene Planungen für eine Südumfahrung durch den Forst gibt. Derweil haben die Befürworter der Nordtrasse im Ebersberger CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz augenscheinlich einen Unterstützer gefunden. Dieser sieht auf absehbare Zeit keine Chance mehr auf eine Südtrasse, will sich aber auch nicht ganz auf die Seite der Kirchseeoner Gemeinderäte schlagen.

Auf eine naturschutzrechtliche Einordnung verzichtet der Bundestagsabgeordnete nämlich vorsichtigerweise. Und verweist darauf, dass die Prüfung immerhin dafür sorge, dass „in Kirchseeon Planungssicherheit für das weitere Vorgehen auf dem Weg zu einer verkehrlichen Entlastung herrscht.“ Planungssicherheit also auch im Falle eines Scheiterns.

Lenz’ Bewertung der Erfolgsaussichten für die Strecke durch den Forst sieht jedoch anders aus als die der Naturschützer: Die Nordtrasse sei durch den Bund noch gar nicht geprüft worden, so Lenz, weil vom Freistaat Bayern „lediglich die Südtrasse und die Tunnellösung angemeldet“ worden seien. Im Staatlichen Bauamt Rosenheim, das die Strecke nach dem Willen der Kirchseeoner Räte planen soll, gibt man sich betont zurückhaltend und verweist auf die Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans, zu der noch bis zum Montag, 2. Mai, über die Webseite des Verkehrsministeriums Bürgereingaben angenommen werden. Vielsagend nennt das Amt aber eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2012. Damals sei die Nordumfahrung aus Naturschutzgründen durchgefallen.

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