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Beim Blick auf die Wasseruhr könnte sich bei Kirchseeonern bald ein ungutes Gefühl einstellen. 

Notverbund oder neuer Brunnen

Kirchseeonern droht höherer Wasserpreis

Die ans Kirchseeoner Wasserwerk angeschlossenen Haushalte müssen sich spätestens ab 2022 auf deutlich höhere Gebühren einstellen.

Kirchseeon – Der Kirchseeoner Wasserpreis könnte sich dann wieder früheren Höhen nähern. Nach 1,28 Euro pro Kubikmeter wurden vom 1. Oktober 2010 an nämlich 1,78 Euro verlangt. Schon nach einem Jahr ruderte man 2011 zurück und setzte den Preis auf 1,40 Euro fest, der seitdem gilt. Dass es wieder „aufwärts“ gehen wird, hat Werkleiter Robert Ess bei der Präsentation des Wirtschaftsplans für 2018 und des bis einschließlich 2021 reichenden Finanzplans mitsamt Investitionsprogramm im Gemeinderat angekündigt. Bis zu 20 Cent könnte das Wasser demnach ab 2022 teurer werden.  Das Gremium segnete das Zahlenwerk einstimmig ab. 

In die Klemme geraten ist das Wasserwerk, weil die heuer anstehende Sanierung der Wasserleitungen in der Waldbahn und in der Riedlingerstraße wohl um 85 000 Euro teurer kommt, als bislang veranschlagt. Auch die Mehrkosten für einen zweiten Mitarbeiter (16 000 Euro), der bislang vom Kommunalunternehmen VE München-Ost ausgeführte Arbeiten wahrnimmt, schlagen zu Buche. Und dann ist da eben der erhöhte Schuldendienst in Höhe von jährlich 80 000 Euro für die 1,5 Millionen Euro Fremdmittel, die man für den Notverbund beziehungsweise den neuen Brunnen ab 2020 aufbringen muss. Im Zuge der Genehmigung für den Weiterbetrieb des Wasserschutzgebiets drängt nämlich das Landratsamt als Aufsichtsbehörde auf eine Lösung für den Notfall. Wohin da die Reise gehen wird, ist noch nicht klar. Denkbar ist zum einen der Blick nach Westen, nämlich Zorneding. Bis dorthin reichen nämlich die Wasserleitungen des Kommunalunternehmens VE München-Ost. Kirchseeon hat bei der früheren „Zornedinger Gruppe“ bereits einen Fuß in der Tür, ist dort schon Mitglied, nicht aber des Wassers, sondern des Abwassers wegen. Die andere Option ist der Blick in Richtung Norden, also in den Ebersberger Forst. Denkbar ist nämlich auch, dort einen neuen Brunnen niederzubringen. Aus dem könnte dann im Notfall das frische Nass gezapft werden. 100 000 Euro hat man schon im vergangenen Jahr für die Planungskosten reserviert. Heuer wird nochmals ein Betrag in gleicher Höhe angesetzt. Tatsächlich gebaut werden soll dann 2020. Und man hat sich bei der Schätzung des Wasserverbrauchs bei gleich mehreren Anwesen vertan, da die Eigentümer die Zählerstände nicht der Verwaltung gemeldet hatten.

„Bei der Wasserabrechnung Ende Dezember kam es in ein paar Fällen zu höheren Gebührenrückzahlungen. Für die Gebühren müssen wir deshalb künftig von einer um etwa 15 000 Kubikmeter niedrigeren Wasserverkaufsmenge pro Jahr ausgehen, was beim derzeitigen Wasserpreis ein Einnahmeverlust von 21 000 Euro jährlich ausmacht“, so Ess. Den Notverbund beziehungsweise Brunnen könne man alternativ auch über sogenannte Verbesserungsbeiträge finanzieren, sagte Bürgermeister Udo Ockel (CSU), die dann einmalig von den Grundstückseigentümer zu erheben seien. Das setze aber eine sehr aufwändige Kalkulation voraus. Gerechter sei ohnehin eine Finanzierung über den Wasserpreis, weil alle Bürger von der erhöhten Versorgungssicherheit profitierten. 

Eberhard Rienth

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