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Spiegel, Stuck, Lüster: Alin Kaupa in ihren umgestalteten Räumen im Haus im Kirchseeoner Moos.

Brautmodegeschäft im Kirchseeoner Moos muss schließen

Landratsamt Ebersberg lässt Traum in Weiß platzen

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Das Brautmoden-Atelier im Kirchseeoner Moos muss Ende November schließen, nach nur einem Jahr. Grund dafür ist das Baurecht. Denn das Moos ist ein ganz besonderes Gebiet mit speziellen Regeln und historisch vielen Konflikten.

Kirchseeon– Dabei hatte es sich Alin Kaupa (32) so schön vorgestellt. Bei der Suche nach ihrem eigenen Brautkleid hatte sie ihren Traumberuf entdeckt, ihre Geschäftsidee war geboren. Sie wollte Frauen bei der Wahl ihres Brautkleids beraten, ganz in Ruhe, ohne Hektik der Stadt. Da war das Häuschen der Oma im Kirchseeoner Moos gerade richtig, einsam gelegen, umgeben nur von anderen Häusern im Eigentum der Familie an einer Sackgasse, kein Durchgangsverkehr. Landleben, herumlaufende Hühner, Bienenstöcke, eine Katze, die über den Hof streift, alte Bäume.

Alin Kaupa, verheiratet, zwei Kinder, investierte ihre Ersparnisse in die Renovierung des Wohnhauses mit den zwei Etagen aus den 1930er Jahren. Fußböden wurden rausgerissen, der Untergrund mit Spanplatten ausgeglichen, neue Böden verlegt, die Heizung erneuert. „Die Holztreppe habe ich selbst abgeschliffen“, erzählt die Geschäftsgründerin. Danach wurde lackiert. Das fast schon romantisch anmutende Knarzen der Holzstufen blieb erhalten.

Im Erdgeschoss ist der Empfang mit Sesseln in Gold und Rot, daneben das Büro und viele Brautkleider. Im ersten Stock die Ankleideräume und noch mehr Kleider an Ständern. Dazwischen verspielte Möbel, Brautschuhe, Accessoires, Schmuck, große Spiegel mit barocken Rahmen, Stuck an den Wänden, glitzernde Lüster an der Decke. „Ich wollte eine besondere Atmosphäre“, erzählt Kaupa. Anproben nur nach Termin, keine Laufkundschaft. Alles ganz individuell. „Die Frauen sollten sich nur auf sich selbst konzentrieren.“ Die Existenzgründerin meldete ein Gewerbe an und erhielt die Erlaubnis.

Der Kirchseeoner Gemeinderat beschäftigte sich vor rund einem Jahr mit dem Projekt. Schließlich ging es um eine Nutzungsänderung. Ein Wohnhaus sollte gewerblich genutzt werden. Das Gremium hatte keine Einwände, auch wegen des Konzeptes mit der geringen Belastung. Alin Kaupa eröffnete ihr Geschäft. Verfrüht, wie sich herausstellte.

Zu diesem Zeitpunkt lag nämlich die endgültige Genehmigung der übergeordneten Behörde im Landratsamt noch nicht vor. Nach dortiger Prüfung kam die Ablehnung. Auf Nachfrage begründete die Behörde das so: Das Grundstück liegt im baurechtlichen Außenbereich. Bei der gewerblichen Nutzung handelt es sich nicht um ein privilegiertes Bauvorhaben. Die Voraussetzungen für eine Baugenehmigung sind nicht gegeben, da öffentliche Belange beeinträchtigt werden wie der geltende Flächennutzungsplan und die Landschaftsschutzgebietsverordnung. Bei seiner Entscheidung habe das Landratsamt keinen Ermessensspielraum. Eine gewerbliche Nutzung wäre nur erlaubt, wenn diese „dem Wohnen zu- und untergeordnet ist“. Und was wäre mit Home-Office, also wenn ein Mitarbeiter eines Unternehmens einen Teil seiner Arbeiten nicht in seinem Büro, sondern zuhause verrichtet? „Das ist zulässig, wenn er dort wohnt“, so die Behörde.

Alin Kaupa versuchte, die Entscheidung des Landratsamtes nochmals überprüfen zu lassen. „Ich dachte mit einem eigenen Grundstück und einem eigenen Haus dürfte das alles kein Problem sein.“ Sie ließ sich anwaltlich beraten. Inzwischen hat sie ihren Antrag auf Nutzungsänderung zurückgezogen. Vor dem Verwaltungsgericht klagen will sie nicht. „Auch wegen der Kosten“, erklärt Kaupa.

Das Projekt im Moos will sie abhaken „Das ist eben so, blöd gelaufen.“ Was aus den renovierten Räumen werden soll, ist noch unklar.

Aufgeben will sie aber nicht, auch weil sie innerhalb kurzer Zeit mit ihrem Konzept Erfolg hatte. Derzeit ist sie auf der Suche nach anderen Räumen. „Ein Angebot habe ich schon.“ Unterschrieben sei jedoch noch nichts.

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