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Auf der Baustelle: Tina Heiler, Vorstand der Perschten-Stiftung, in den neuen Räumen. 

Sammlung soll in die Kirchseeoner Schule umziehen

Neue Heimat für die Perchten

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Die ersten Perchten-Masken waren schon mal quasi zum „Probewohnen“ in den neuen Räumen in der Kirchseeoner Schule an der Münchner Straße. Dort ist derzeit noch Baustelle. Wenn alles gut geht, sollen die schönen und wilden Wesen im Sommer in das künftige Depot umziehen.

Kirchseeon – Im Jahr 2020 könnte auch der geplante Ausstellungsraum eröffnen, der sowohl Begegnungsstätte als auch lebendiges Museum sein soll, das „Maskeum“.

Überlegt wird schon seit mehreren Jahren. Ein Konzept wurden 2007 vorgestellt. Konkret wurde es, als der Umbau und die Erweiterung der Schule geplant wurden. In diesem Zusammenhang wird es auch Räume für die Perchten geben. Was nur wenige wissen: Derzeit sind Kleidung und Masken der Perchten sowie weiteres Material wie das Presserarchiv oder Bilder bekannter Künstler in einem schmalen Raum hinter dem Sitzungssaal des Gemeinderats im Kirchseeoner Rathaus auf rund 40 Quadratmetern untergebracht. Künftig sollen für das Projekt der Perschtenstiftung rund 260 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Projektleiter Rainer Eglseder stellte jetzt das Vorhaben im Rathaus Kirchseeon vor. Für das Depot sind rund 100 Quadratmeter eingeplant. Um den Platz optimal ausnutzen zu können, sind statt einfacher Regale Rollschränke vorgesehen, wie sie auch in Archiven verwendet werden. Die wertvollen Masken, Gewänder, Zubehör und sonstige Exponate sollen geschützt gelagert werden, so Eglseder. Zudem soll der gesamte Bestand der Perchten inventarisiert werden.

Für den öffentlichkeitswirksamen Ausstellungsraum gibt es ebenfalls konkrete Überlegungen. Er soll ein Treffpunkt für Heimat- und Brauchtumsinteressierte ebenso werden wie ein Lernort für Kinder und für Erwachsene. Auch Veranstaltungen sollen dort durchgeführt werden. Vorgesehen ist unter anderem eine Tribüne für 25 bis 30 Besucher. Eine Maske soll so groß gestaltet werden, dass in ihrem Inneren eine Sitzecke Platz hat, beispielsweise um Geschichten vorzulesen. Eine andere Maske soll den Rahmen für eine Eingangstür bilden. Präsentiert werden in wechselnden Ausstellungen verschiedene Maskengruppen, die Entwicklung des Brauchtums, das seit 1954 in Kirchseeon heimisch ist, oder der Einfluss auf Künstler. Die Kirchseeoner Perchten fanden übrigens auch in überregionalen und internationalen Medien Beachtung, so in National Geografic oder im russischen Staatsfernsehen, wie Eglseder berichtet.

Das „Maskeum“ soll ein weiterer Farbtupfer in der Museumslandschaft des Landkreises und in Bayern werden. Auf geringer Fläche soll hohe Qualität geboten werden und lebendiges Brauchtum erfahrbar sein. Unterstützt wird das Projekt unter anderem durch die Gemeinde Kirchseeon und die Landesstelle für nichtsstaatliche Museen in Bayern.

Wer die Perchten live sehen möchte, hat dazu am heutigen Samstag, 16. Dezember, in Kirchseeon-Moos Gelegenheit. Los geht es um 15.30 Uhr in Osterseeon. Anschließend tanzen die Perchten beim Weihnachtssingen am Marktplatz Kirchseeon. Am Sonntag, 17. Dezember, sind sie ab 14 Uhr am Marktplatz in Grafing und ab 16 Uhr in Kirchseeon am Spannleitenberg. Start ist im Gartenweg.

Die Stiftung bittet die Bevölkerung um Unterstützung des „Maskeum“. Dazu wurden im Ort 7000 Flyer verteilt.

Weitere Informationen

unter www.perchten-kirchseeon.de

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