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Freute sich über ihren Geburtstag: Kreszentia Öhrlein im Garten des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt in Kirchseeon.

Kreszentia Öhrlein feiert Geburtstag

Mit 101 Jahren: „Sie ist immer gut drauf“

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Mit 100 Jahren lebt sie noch in ihrer eigenen Wohnung, unterstützt durch ihre Familie. Nach einem Sturz zog sie in das Seniorenzentrum in Kirchseeon um. Dort feiert sie jetzt gut gelaunt ihren 101. Geburtstag 

Kirchseeon– „Sie kämmt ihr goldenes Haar, sie kämmt es mit goldenem Kamme, und singt ein Lied dabei. Das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.“ Mit kräftiger Stimme trägt Kreszentia Öhrlein das Lied von der Loreley vor, das einst Heinrich Heine geschrieben hat. Lebendig ist das, an den wichtigen Stellen dramatisch, mit den bedeutungsschweren Pausen, den gekonnten Betonungen. Dann lacht die Seniorin zufrieden. Die Glückwünsche zu ihrem Geburtstag nimmt sie mit einem Lächeln entgegen. 101 Jahre ist sie jetzt geworden.

Erst seit Kurzem lebt sie im Seniorenzentrum der AWO in Kirchseeon. Im Februar hatte sie sich einen Bruch des Oberschenkelhalses zugezogen. Sie war vom Stuhl aufgestanden und einfach umgefallen. Zuvor hatte sie in ihrer eigenen Wohnung gelebt, im gleichen Haus wie eine ihrer Enkelinnen. Bis sie 90 Jahre alt war, hatte sie noch ihren eigenen Haushalt geführt.

Geboren in Landsberg am Lech, wuchs Öhrlein bei ihrer Großmutter auf. Sie lernte später in der Gastronomie im Pschorrbräu in München. In München traf sie auch ihren späteren Ehemann Richard, der damals in der Schweren-Reiter-Kaserne als Wehrpflichtiger Dienst tat. Drei Kinder hat das Paar, zwei Söhne, eine Tochter. Sieben Enkelkinder und ein Dutzend Urenkel gehören zur Familie. Ihr Mann starb vor 20 Jahren.„Die Hände müssen beweglich bleiben“, hatte Öhrlein stets gesagt. Deshalb waren ihr Handarbeiten so wichtig.

Sie hat Teppiche geknüpft und die ganze Familie mit Socken versorgt. Unterwegs war sie ständig. Jeden Tag ging sie als Seniorin spazieren, über viele Jahre gemeinsam mit ihrem Hund. Bei Familien-Ausflügen in die Berge sagte sie Gedichte auf, sang Balladen, während die Kinder begeistert neben ihr her liefen und lauschten. Da war bei den Kleinen nichts von Erschöpfung zu spüren, bei so einer Oma. Auf Urlaubsreisen war sie in späteren Jahre noch mit Familienmitgliedern, beispielsweise in Afrika. Noch mit 96 Jahren reiste sie nach Griechenland.

Nach ihrem Umzug ins Seniorenzentrum nach Kirchseeon hat sie dort schnell Freunde gefunden. „Sie ist immer gut drauf“, sagen ihre Mitbewohner. Am wohlsten fühlt sie sich in der Natur, bei Spazierengehen im Wald.

Bei der Geburtstagsfeier wurde mit Sekt angestoßen. „Auf das nächste Jahrzehnt“, lautete der Trinkspruch.

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