AKK-Nachfolge: Laschet kommt Merz zuvor - Spahn sorgt für Überraschung

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Eine herzhafte Schinkenbrotzeit wartete auf die Gäste bei der Einweihung der umgebauten Kirchseeoner Grund- und Mittelschule. Das Projekt hatte viel Nerven gekostet. 

Alle sind froh, dass der Umbau vorüber ist

„Neue“ Kirchseeoner Schule ist eingeweiht

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Rektor Franz Kraxenberger war bester Stimmung. Er plauderte bei der Einweihung seiner Schule nach einer langen Umbauphase am Rednerpult einfach los. „Ich bin so glücklich“, so sein Bekenntnis.

Kirchseeon –  Irgendwann stockte der Schulleiter in seiner Ansprache: „Ich habe eine Rede vorbereitet. Davon habe ich jetzt gar nichts erzählt, dann lasse ich es eben weg.“ Da war er schon mittendrin in seiner schwungvollen Ansprache. Er lobte sein „trotz aller Widrigkeiten tolles Kollegium“.

Über zwei Jahre wurde die Grund- und Mittelschule in Kirchseeon umgebaut und erweitert. Und das bei vollem Schulbetrieb. Bei allen habe es aber geheißen: „Wir schaffen das.“ Was man dann alles erlebt habe, sei unglaublich, so der Rektor. Schließlich handle es sich nicht um eine kleine Schule, sondern um einen „ganz schönen Oschi“.

Kraxenberger erzählte Anekdoten aus der Umbauzeit, beispielsweise als er bei einer Baubesprechung dabei gewesen sei. „Da fliegen die Fetzen. Ich war das nicht gewohnt.“ Ständig mussten Gegenstände durch das Haus getragen werden. Der Aufzug wurde erst viel später eingebaut. Ältere Schüler halfen mit. „Die freuten sich, dass sie keinen Unterricht hatten“, so der Rektor. Den überwiegenden Teil der Schlepperei übernahm der Bauhof. Den Mitarbeitern galt Kraxenbergers besonderer Dank.

Und dann der einschneidenste Tag Ende September 2016: „Es war ein wunderbarer Sommer. Aber an diesem Tag hat es geschüttet.“ Das besondere Pech. Das Dach war abgetragen, die Notabdichtung hielt dem Wind nicht stand. Wasser trat ein, kam durch die Decke geschossen. Die Feuerwehr war im Einsatz. Damit aber wurde das Projekt mehr als „nur eine Aufstockung“. Denn danach musste in Räumen gearbeitet werden, die überhaupt nicht verändert werden sollten.

Geschaffen wurden rund 890 Quadratmeter neue Nutzfläche. Platz gefunden wurde neben der Schule auch für die Perchten.

„Was lange währt, wird endlich gut“, freute sich Bürgermeister Udo Ockel. „Wir hatten in der Zeit drei Bauamtsleiter, zwei haben wir verschlissen.“ Er wies auf das große Vertrauen des Gemeinderates in die Verwaltung hin. Es sei nicht über jede Kleinigkeit lange diskutiert worden. „Sonst wären wir wahnsinnig geworden.“ Intensive Diskussionen habe es bei einigen Themen dennoch gegeben.

Auslöser der Sanierung sei gewesen, dass ein örtlicher Zimmerer auf Mängel in einem Teil des Daches hingewiesen hatte. „Da muss etwas gemacht werden“, habe er gesagt. Später kamen immer mehr Mängel hinzu. Man habe dann überlegt, ob man die Planung selbst leisten könnte, auch wegen der Kosten. Das wäre nach Ansicht von Ockel nie gelungen. Das Büro Balda wurde eingeschaltet. Im Laufe der Planung gab es viele Veränderungen. Unter anderem war anfänglich ein Satteldach vorgesehen. Jetzt habe das Dach eine sehr moderne Form, die Akzente setze. „Es ist besser geworden.“ Markant auch das obere Stockwerk, das auf der Seite des Schulhofes teilweise über die unteren Etagen hinausragt. „Wie einer Baseballcap“, so Ockel. Die zusätzliche Etage ist aus Holz.

Schwierig erwies sich der Umbau im Bestand, also während des vollen Schulbetriebes. Die Schulfamilie habe viel aushalten müssen, betonte der Bürgermeister. „Lärm und Dreck wurden mit viel Leidensfähigkeit ertragen. Ich könnte ein Buch darüber schreiben.“ Aber es habe sich gelohnt. „Ein tolles Projekt ist abgeschlossen.“

Landrat Robert Niedergeäß betonte: „Bildung ist ein wichtiger Standortfaktor.“ Das Projekt sei eine große finanzielle Herausforderung für die Gemeinde gewesen.

In einem Sketch ließen Schüler die Ereignisse nochmals Revue passieren und nahmen dabei Rektor Kraxenberger liebvoll auf den Arm. Der wurde dargestellt, als er Bauarbeiter mit lauten Presslufthämmern auf die Schulter klopfte und fragte: „Können Sie nicht woanders bohren?“ Als Problemlösung gab es Ohrenschützer. Gegen die Kälte wegen der ausgefallenen Heizung halfen dicke Jacken und Schals. „Mei bin i froh, wenn dieser Umbau vorbei is“, stöhnte der Rektor. Am Tag 482 des Projektes ging das Licht aus, der Strom war weg. Da kamen ein Teelicht und eine Laterne zum Einsatz. Und an einem sehr fernen Tag hieß es dann endlich: „Mei bin i froh, dass dieser Umbau vorbei ist.“

Für die Darsteller gab es in Szenen und dann auch zum Schluss viel Applaus des Publikums für eine großartige Vorführung, einstudiert von Lehrerin Johanna Keiler. „Das war genial“, so Bürgermeister Ockel.

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