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Neuer Investor für eine von Bayerns größten Altlasten in Sicht

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Von: Robert Langer

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Verlassen ist seit Jahrzehnten das Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks mitten in der Marktgemeinde Kirchseeon. Jetzt scheint ein Investor in Sicht.
Verlassen ist seit Jahrzehnten das Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks mitten in der Marktgemeinde Kirchseeon. Jetzt scheint ein Investor in Sicht. © Stefan Rosmann

In die schier unendliche Geschichte des ehemaligen Bahnschwellenwerksgeländes in Kirchseeon kommt Bewegung. Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) bestätigt Informationen von merkur.de, wonach ein neuer Investor, die Firma ECE Works & Live aus Hamburg, Interesse bekundet hat.

Kirchseeon - Es geht um eine Fläche von rund 170 000 Quadratmetern mitten im Ort. Gemutmaßt wurde schon mal, dass dort künftig zwischen 2000 und 3000 oder noch mehr neue Gemeindebürger leben könnten. Das Problem: Das Gelände zählt in weiten Bereichen zu den größten Altlasten in Bayern. Um die neuen Gemeinderatsmitglieder auf den aktuellen Stand zu bringen und dabei über eine mögliche Entwicklung zu diskutieren, habe sich der Gemeinderat in einem nicht öffentlichem Workshop getroffen, sagt der Bürgermeister. Themen seien dabei die bisherige Geschichte, alte Planungen und die Altlastensituation des Geländes des ehemaligen Bahnschwellenwerks gewesen. An dem Treffen hätten auch Vertreter der Firma ECE Works & Live teilgenommen, die ihr Interesse am Gelände gezeigt und ein „grundsätzliches neues städtebauliches Nutzungskonzept“ vorstellt hätten. Wohnungen, Gewerbe- und Naherholungsflächen sehe das Konzept vor.

Bürgermeister Jan Paeplow
Bürgermeister Jan Paeplow © Stefan Rossmann

„Der Gemeinderat war sich einig, dass es sich dabei um eine sehr frühe Ideenphase handelt, die erst abschließend ausgearbeitet werden muss, um noch konkreter zu werden“, sagt Paeplow. Besonders mit Blick auf die Bodenbelastung oder aber auch auf die infrastrukturelle Veränderung für den Markt Kirchseeon. Letzteres bedeutet wohl Überlegungen, wie das Areal verkehrlich erschlossen werden könnte. Viele Fragen seien noch ungeklärt und müssten noch beantwortet werden, sagt Paeplow.

Bahnschwellengelände Kirchseeon: Weiterer Workshop

Derzeit stehe die Verwaltung laufend im Austausch mit der ECE, um einen weiteren Workshop vorzubereiten, erklärt der Bürgermeister. In diesem nicht öffentlichen Termin sollen offene Fragen geklärt und das weitere Vorgehen besprochen werden. „Kommt man zu einem Ergebnis, wird es dabei auch um die frühzeitige Einbindung der Bürger, sowie die Information der Öffentlichkeit gehen“, sichert Paeplow zu.

Neues Kapitel

Das Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks schreibt seit Jahren Geschichte. „Dabei steht es für den Ursprung unserer Gemeinde“, sagt der Rathauschef. Lediglich der „rote Turm“ und das alte Kantinengebäude erinnerten noch an frühere Zeiten. „Mein persönliches Ziel ist es, gemeinsam mit dem Marktgemeinderat ein Stück Geschichte zurückzuholen und mit einer möglichen Entwicklung ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Die Herausforderungen seien sehr groß. „Ich hoffe sehr, dass wir zu Ergebnissen kommen werden.“

Bahnschwellenwerk Kirchseeon: Prominenter Investor aus Hamburg

Auf dem Gelände wurden einst hölzerne Bahnschwellen imprägniert. Dabei gelangten giftige Lösungen in den Untergrund, wo sie heute noch vorhanden sind. Mitte der 1960er Jahre übernahm der Autohersteller Fiat das rund 170 000 Quadratmeter große Gelände. Genutzt wurde es unter anderem als Reparatur und Auslieferungslager für Fiat- und Iveco-Fahrzeuge. Die bestehenden Gebäude wurden weitgehend abgebrochen. Anfang der 1980-Jahre löste Fiat das Auslieferungslager wieder auf. Das Gelände liegt seitdem brach, abgegrenzt durch einen Zaun. Das Areal ist heute im Eigentum der EFFE GmbH (Fiat-Tochter) und der Bahn.

Der mögliche Investor ECE wurde laut Firmen-Homepage von Versandhauspionier Werner Otto 1965 gegründet, um die Immobilienprojekte seines Konzerns zu realisieren und die Idee der Shopping-Center nach Deutschland zu bringen. Heute entwickle, realisiere und betreibe das Unternehmen unter der Führung von Alexander Otto Immobilien in allen Assetklassen und ganze Stadtquartiere. Eine Stellungnahme des möglichen Investors zum Projekt in Kirchseeon steht noch aus.

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