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Bekommen bald neue Räume: Die Masken der Kirchseeoner Perchten. 

Brauchtum

Neues Zuhause für Kirchseeoner Perchten

Bisher sind die Perchten in einem schmalen Raum hinter dem Sitzungssaal im Rathaus Kirchseeon untergebracht. Jetzt fiel der Startschuss für Räume im Schulhaus Kirchseeon. Geplant sind Werkstatt, Depot, Büro und Ausstellungsraum.

Kirchseeon – Um das Jahr 2010 war die Rede gar von einem „Internationalen Masken- und alpenländischen Perchtenmuseum“. Manche sprachen schon vom „Maskeum“, für das sich sogar ein eigener Förderverein gründete. Jetzt fiel immerhin für „neue Räumlichkeiten der Perschten-Stiftung Kirchseeon“ im bald aufgestockten Schulgebäude der Startschuss. Derzeit ist die Sammlung in einem schmalen Zimmer hinter dem Sitzungssaal im Rathaus untergebracht.

Nach den Optionen Altes Schulhaus und zwischenzeitlich sogar kurz Hallenbad, wenn es denn anfangs des Jahrzehnts wegen seines Defizits tatsächlich geschlossen worden wäre, steht längst fest, dass die hölzernen Schätze in der erweiterten Schule untergebracht werden sollen. „Von der Bundesstraße aus gesehen im ersten Stock“, so beschrieb in der Gemeinderatssitzung Bürgermeister Udo Ockel (CSU) die Lage der für die Perchten zur Verfügung stehenden „rund 300 Quadratmeter“. Werkstatt, Depot, Büro und Ausstellungsraum lauten neben einer Toilette die Nutzungsvorgaben für das künftige Perchten-Domizil. Um den Platz optimal aufteilen und zudem auch erst einmal zumindest die Planungskosten von der „Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern“ ersetzt zu bekommen, war der Gemeinderat gebeten, finanziell in Vorlage zu gehen – was er auch einstimmig tat.

Die Gemeinde ist schließlich fest in die Perschten-Stiftung eingebunden und deshalb auch zu Zahlungen zum Erhalt des Vermächtnisses des Ehrenbürgers Hans Reupold verpflichtet. Er war es, der das Brauchtum des Perchtenlaufs etabliert hat, dem der Bürgermeister jetzt in der Sitzung attestierte, „Kirchseeon eine große Strahlkraft und überregionale Bekanntheit“ gegeben zu haben.

Vorgesehen ist im Ausstellungsraum, Informationen für Besucher mit einfachen Formulierungen sowie mit museumspädagogischen Ansätzen und Gestaltungen aufzubereiten. Das Konzept soll für Schüler ebenso passen wie für älteren Besucher. Wenn heuer die zuschussfähige Planung vorliegt, will sich die Perschten-Stiftung 2018 an die Bereiche Depot/Werkstatt und Büro machen. Voraussichtlich sind dafür 60 750 Euro notwendig. 2019 ist dann an die Ausführungsplanung des sogenannten „repräsentativen Bereichs“ gedacht, die mit 18 500 Euro veranschlagt ist. Die für das Jahr 2020 geplante Umsetzung soll dann mit knapp 90 000 Euro zu Buche schlagen.

Dass die veranschlagten 175 000 Euro nicht alleine an der Kommune hängen bleiben, machte bei der kurzen Diskussion in der Sitzung Harry Blöchl (SPD) deutlich. „Es bleiben am Schluss deutlich unter 100 000 Euro für die Gemeinde“, lautete seine Prognose. Gesetzt werde nämlich nicht nur auf Zuschüsse der „Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern“, sondern zum Beispiel auch auf Beiträge der Sparkasse. Und schließlich, so Blöchl, würden die Perchten ebenfalls einen Teil tragen. Die hätten nämlich nicht umsonst „den Beschluss für einen Neubau ihres Vereinsheims zurückgestellt“.

Eine Finanzierungsgarantie seitens der Gemeinde wollte Bürgermeister Ockel nicht geben. Gehe es der Gemeinde plötzlich unerwartet schlecht, käme „alles auf den Prüfstand“, so der Rathauschef in der Sitzung.  er/lan

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