Dagmar Kramer (li.), viele Jahre lang Vorsitzende des Kirchseeoner Heimatkundevereins, und Helga Lorenz, die sich lange Zeit um den Brunnen am Marktplatz kümmerte.
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Dagmar Kramer (li.), viele Jahre lang Vorsitzende des Kirchseeoner Heimatkundevereins, und Helga Lorenz, die sich lange Zeit um den Brunnen am Marktplatz kümmerte.

Initiative will beliebte Brunnenfigur, die immer wieder Vandalismus zum Opfer fällt, erhalten

Rettungsaktion für Kirchseeoner„Buberl“

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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In Kirchseeon hat sich eine Initiative gegründet, um eine beliebte Brunnenfigur am Marktplatz dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten. Die Figur fällt immer wieder Vandalen zum Opfer.

Kirchseeon – Der Kragen der steinernen Gans ist gebrochen, scheint fast abgeschnitten. Früher sprudelte aus einem Rohr im Schlund frisches Wasser. Doch der Zulauf ist abgeschaltet. Am Hals des Buberls, das die Gans hält, sind die Spuren früherer Reparaturarbeiten deutlich zu sehen. Am Boden des Bassins vor den Skulpturen liegt Sand und Kies. Auch etwas Müll treibt herum. Kaulquappen schwimmen im nur wenige Zentimeter tiefen Wasser. „Das ist schon traurig“, sagt Helga Lorenz vom Kirchseeoner Ortsverschönerungsverein. Sie kümmert sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich um den etwas versteckten Brunnen am westlichen Ende des Marktplatzes. Immer wieder gab es Schäden an der Anlage, teilweise auch durch Vandalismus.

Jetzt hat Dagmar Kramer, über viele Jahre Vorsitzende des Heimatkundevereins, eine Initiative gestartet. Angeregt wird, die Figuren, also die Gans und das Buberl, in Metall gießen zu lassen, um weitere Beschädigungen zu vermeiden „Dann hätten auch spätere Generationen noch ihre Freude dran“, sagt Kramer. Um das finanzieren zu können, werden Spender gesucht. „Wenn nicht nur Privatpersonen, sondern auch Vereine, politische Gruppen und Firmen dazu beitrügen, dürfte es ohne Weiteres möglich sein, den beliebten Brunnen zu erneuern.“ Wie hoch die Kosten sein könnten, ist noch unklar. Kramer geht jedoch von einem vierstelligen Euro-Betrag aus.

Kirchseeoner machten Geld locker

Rückblick: Als vor 65 Jahren der heutige Kirchseeoner Marktplatz noch Ortsstraße hieß und von einer von Vorgärten begrenzten Straße zu einem offenen Platz umgestaltet wurde, verengte man die im Westen entstehende Breite, sodass man dort eine größere Freifläche hatte, die es zu begrünen galt. So berichtet Kramer. Das von vier Kastanien umgebene Kriegerdenkmal bildete den Abschluss des heutigen Marktplatzes. Bei Besprechung während der Septembersitzung der Marktgemeinderates 1958 hatte sich Gemeinderat Franz-Xaver Hamberger für einen Brunnen auf der westlichen Freifläche als schönen Abschluss ausgesprochen. „Er scheint allgemeine Zustimmung bekommen zu haben, aber der Gemeinde fehlte dafür Geld“, so Kramer.

Der Kragen der Gans ist gebrochen.

Sicher sei, dass Franz-Xaver Hamberger, Franz Feichtner und Albert Heun, wahrscheinlich aber auch Fritz Litzlfelder und Theodor Haagn privat Geld locker machten und schließlich das „Brunnenbuberl“ kauften. Haagn als Handwerker habe einen Lehrling abgestellt, der die Leitungen für den Brunnen installierte und auch später noch nach dem Rechten sah. Der Brunnen sei den Kirchseeonern „inzwischen so lieb geworden, dass wohl keiner ihn missen möchte“. Kinder würden dort am Wasser spielen, auch weil ein Spielplatz gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft liegt. Leider gab es auch immer wieder Schäden, weil so mancher „Möchtegern“ meinte, „er müsse seine Kraft zeigen oder seinen Frust an der Gans oder dem steinernen Buben auslassen“.

Über viele Jahre hatte sich Helga Lorenz um den Brunnen gekümmert, Blumen gepflanzt oder das Becken sauber gemacht. „Das hat manchmal einen ganzen Tag gedauert.“ Wenig Verständnis hat sie dafür, dass spielende Kinder eimerweise Sand und Steine ins Wasser schütten, während die Mütter auf dem Bänken am Spielplatz sitzen. „Ich bin jetzt über 80 Jahre alt, ich kann diese körperliche Arbeit nicht mehr machen“, sagt sie. Deshalb gibt Lorenz unter anderem die Pflege für die umgebende Bepflanzung weiter. Kümmern wird sie sich aber auch künftig um den Brunnen. „Das war schon immer mein Revier. Ich bin aus Kirchseeon und das Buberl liegt mir am Herzen.“

Spenden

unter Verwendungszweck „Brunnenbuberl“ auf eines der Konten des Marktes Kirchseeon: Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg. IBAN: DE31 7025 0150 0000 4400 65 oder Raiffeisenbank Zorneding, IBAN: DE77 7016 9619 0000 5135 98.

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