Freiflächenanlagen
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Freiflächenanlagen sind eine Möglichkeit der Solarstromerzeugung.

Erste Überlegungen im Marktgemeinderat Kirchseeon vorgestellt

Solaranlagen entlang von Straße und Bahn: Kirchseeon will beim Klimaschutz „weit nach vorn“

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Rund 20 Prozent des Stromverbrauchs Kirchseeons könnte durch zwei große Freiflächen-Solaranlagen gedeckt werden. Mögliche Standorte: Auf der Südseite der B 304 vom Ortsende Kirchseeon in Richtung Ebersberg und auf einer Fläche südlich der Bahnlinie in Höhe des Iveco- beziehungsweise Bahngeländes.

Kirchseeon - Erste Vorschläge wurden jetzt im Kirchseeoner Gemeinderat vorgestellt. Nun soll weiter geplant werden. Eine Entscheidung zur Umsetzung des Projektes ist das noch nicht.

„Das würde uns im Klimaschutz weit nach vorne bringen“, sagte Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) in der Sitzung. „Wir wollen das Thema jetzt angehen.“ Aus dem Gremium kam breite Zustimmung. Bernhard Buckl (Grüne Liste) brachte es auf den Punkt. „Es geht jetzt nicht um politische Farbenspiele.“ Gemeint waren damit unterschiedliche Parteien oder Gruppierungen: Schwarz, Rot, Grün, Gelb oder Orange. „Es geht um den Markt Kirchseeon. Da müssen alle an einem Strang ziehen“, so Buckl.

Präsentiert wurden die Vorschläge von Markus Henle vom EBERwerk, dem kommunale Energieversorger im Landkreis Ebersberg und Unternehmen der Gemeinden. An der B 304 wurden zwei Varianten untersucht. Zunächst ein langgezogenes Band mit einer Breite von rund 20 Metern. Errichtet werden könnte die Anlage auf einer Gesamtfläche von etwa 3,8 Hektar. Wegen der Länge würden jedoch bis zur Einspeisung relativ hohe Leistungsverluste entstehen. Zweite Variante: Eine kompaktere Anlage weiter im Osten etwa an der Abzweigung Reitgesing auf einer Fläche von 2,5 bis 3 Hektar und damit entsprechend breiter. Angebunden werden könnte über ein bestehendes Mittelspannungskabel. Die Grundstücke sind im Besitz der Staatsgüter. „Sie haben signalisiert, dass sie zur Verfügung gestellt werden könnten“, so Henle im Gremium.

Kompaktere Lösung am Bahnhof

Eine langgezogene und eine kompaktere Lösung wär auch am Bahnhof Kirchseeon möglich. Die Flächen sind jedoch im Eigentum der Bahn beziehungsweise von Iveco auf dem Gelände des ehemaligen Bahnschwellenwerks. Möglich wären Anlagen mit einer Fläche von 1,5 Hektar (entlang der Gleise) beziehungsweise 2,5 Hektar. „Beides ist technisch ohne Probleme machbar“, so Henle.

Fazit des EBERwerks: Beide Projekte sollten parallel voran getrieben werden. „Aber wir brauchen einen möglichst breiten Konsens im Gremium, um Rückenwind zu bekommen“, so Henle im Gemeinderat. „Es wird nur funktionieren wenn der politische Rückhalt groß ist.“

An der B 304 von Kirchseeon nach Ebersberg könnten Module aufgestellt werden.

Eingeräumt wird von Henle, dass die Grundstückseigentümer (Bahn, IVECO, Staatsgüter) der Photovoltaik grundsätzlich offen gegenüber stünden. In der Praxis erwiesen sich Gespräche jedoch oft als wenig erfolgreich. Daher sollten die Gespräche mit den Grundstückseigentümern mit politischen Vertretern wie Bürgermeister, Landrat sowie Abgeordneten aus Kreistag Landtag und Bundestag angegangen werden. Und: Die beiden Projekte seien für die Erreichung der Klimaschutzziele der Marktgemeide Kirchseeon und im Landkreis von erblicher Bedeutung, so Henle. „Das Eberwerk werde mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.“

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