Voller Adrenalin: Andreas Höher beim Triathlon in Schottland bei seiner Bergetappe. 

Celtman-Triathlon 

Kirchseeoner Extremsportler mögen es kalt, windig und ungemütlich

Kirchseeon - Drei Extremsportler aus Kirchseeon absolvierten den Celtman Extreme-Triathlon in Schottland. Für ihre „Wahnsinnsleistung“ wurden sie von Bürgermeister Udo Ockel geehrt. 

Das Wasser ist zehn Grad kalt, Schlamm läuft in den Mund, der Wind peitscht ins Gesicht. Hart im Nehmen, sagen viele über Andreas Höher. „Inzwischen normal“, sagt der 47-Jährige selbst. Der Kirchseeoner betreibt seit 15 Jahren einen außergewöhnlichen Sport. Er ist Triathlet, aber kein gewöhnlicher. Seine Sportart nennt sich Extreme-Triathlon. Zuletzt nahm er an der Celtman-Meisterschaft teil, ganz im Norden von Schottland, gemeinsam mit seinen Sportfreunden Andreas Setzer (25) und Andreas Treutlein (52). Das Trio wurde beim Kirchseeoner Neujahrsempfang in der ATSV-Halle für seine Erfolge bei dem Wettbewerb geehrt. „Eine Wahnsinnsleistung“, sagte Bürgermeister Udo Ockel (CSU).

Ein Marathon zum Schluss

Zum Celtman Extreme-Triathlon – im Juni 2016 fand er statt – kamen 300 Extremsportler aus der ganzen Welt. „Wir sind 3,8 Kilometer durch den Atlantik geschwommen“, sagt Andreas Höher. Die Wassertemperatur: zehn Grad. Für Höher maximal „schattig“. Außerdem eine starke Tiefenströmung. Bedeutet: Viel Kraft und Koordination sind notwendig. Danach mussten die Sportler 180 Kilometer Fahrrad fahren, erklommen dabei 4000 Höhenmeter, und das bei Windstärke sieben, fast ein Sturm. Die dritte Disziplin: ein Marathonlauf (42 Kilometer), über 2000 Höhenmeter wurden bewältigt. „Weil ich dann schon warm war, fiel der nicht mehr schwer“, sagt Höher. Bei dem Rennen in Schottland belegte er Platz 13, knapp hinter den Profis. Andreas Setzer wurde 30. und Andreas Treutlein belegte Platz 125. „Dafür, dass ich ein Amateursportler bin, bin ich sehr stolz“, sagt Höher.

Das Triathlon-Trio (v.l.): Andreas Treutlein, Andreas Setzer und Andreas Höher mit Bürgermeister Udo Ockel.

14.000 Kalorien an einem Tag 

Amateursportler? Andreas Höher trainiert fünf bis sechs Tage in der Woche zwei bis drei Stunden. Auch seine Ernährung passe er an, er isst wenig Fett, aber alles im Rahmen, sagt er. Es gehe darum, dem Körper „die Grenzen nach oben zu zeigen“. Nur dann könne man einen Extremtriathlon wie den Celtman überstehen. Profis schafften diesen in zwölf Stunden; Höher brauchte ein wenig über 13 Stunden. Wichtig sei bei solchen Rennen, dass man „sich ständig mit Nahrung versorgt“, erklärt Höher. Das heißt: alle 20 Minuten einen speziellen isotonischen Kohlenhydratcocktail trinken. Insgesamt verbrauchte er bei den Strapazen 14.000 Kalorien. Zum Vergleich: Männer benötigen durchschnittlich 2500 Kalorien am Tag. Neben der Nahrung spiele der Wille eine große Rolle. „Man ist voller Adrenalin“, sagt Höher. Das führe zu einem regelrechten „Flow“, einem inneren Strom, der weiter und weiter antreibt.

30 Triathleten trainieren in Kirchseeon

In Kirchseeon trainieren 30 Triathleten beim ATSV für Wettkämpfe wie jenen in Schottland. Dafür müsse man sich qualifizieren, das gehe über eine gute Leistung bei anderen Wettkämpfen. Ganz wichtig ist für Andreas Höher der Zusammenhalt im Team, das aus seiner Familie und seinen Freunden besteht. Sie versorgen Höher beim Rennen mit Nahrung, Getränken und Material – anders als bei einem Triathlon in Deutschland, bei dem Essen und Getränke gestellt werden.

Das Motto der Extremsportler machte sich auch Bürgermeister Udo Ockel zu eigen: Man müsse weiterhin „weltoffen mit den Menschen umgehen, weil sie Menschen sind“ und zusammenhalten, sagte er beim Neujahrsempfang.

Von Christoph Hollender

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