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Ein kleiner Pikser: Ob Kinder geimpft werden sollen, ist umstritten. Nun sollen Eltern zumindest gezwungen werden, sich beim Kinderarzt beraten zu lassen. 

Gesundheit

Streitpunkt Impfberatung: Kindergärten wollen nicht petzen

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Ob Kinder geimpft werden sollen, ist umstritten. Nun sollen Eltern zumindest gezwungen werden, sich beim Kinderarzt beraten zu lassen. Und die Kindergärten sollen melden, wenn jemand diese Beratung verweigert.

Landkreis - „Ich melde bestimmt nichts weiter“, betont Gabriele Lindinger, Leiterin des Naturkinderhauses St. Georg in Pöring (Gemeinde Zorneding). Schließlich gebe es ein Vertrauensverhältnis zwischen Kindergartenpersonal und den Eltern. Und mit dieser Position ist Lindinger sich einig mit anderen Betreuungseinrichtungen im westlichen Landkreis.

Es geht um Impfungen für Kinder. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will Impfverweigerern empfindliche Strafen aufbrummen. Und zwar dann, wenn Eltern sich nicht vom Kinderarzt über Impfungen aufklären lassen. Das ist nämlich inzwischen Pflicht. Wer die Beratung nicht in Anspruch nimmt, soll künftig von den Kindergärten gemeldet werden. Doch der Vorstoß ist umstritten und kommt vor allem an der Basis, in den Betreuungseinrichtungen gar nicht gut an.

„Wir geben das Infoblatt mit den Impfempfehlungen weiter“, erklärt eine Leiterin eines Kindergarten, die nicht namentlich genannt werden will. Zudem lasse sie sich unterschreiben, dass die Eltern das Blatt erhalten hätten. Die Verantwortung sieht sie jedoch bei den Kinderärzten. Das Personal in den Kindergärten hätten für diese Kontrolle gar nicht die Kompetenz.

Ähnlich sieht dies auch Beate Höger vom Kindergarten St. Martin in Zorneding. „Ich verstehe durchaus die verschieden Seiten“, erklärt sie. „Ich habe selbst Kinder und bei uns im Kindergarten hatten wir vor zwei Jahren einen Masernfall.“ In der Regel seien die Kinder aber geimpft. Und sie gingen alle zum Kinderarzt. Dort würde über die Impfungen informiert. Letztendlich sei es aber eine Entscheidung der Eltern.

„Es gibt noch keine rechtliche Handhabe, dass wir Information weiter geben müssen“, betont Gabriele Pfanzelt, zuständig für die Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis. In den AWO-Einrichtungen würden die gesetzlichen Empfehlungen weiter gegeben. „Wir betonen dabei aber, dass dies nicht unsere eigenen Empfehlungen sind.“ Sonst würde sich die AWO auf „glattem Eis bewegen“ und würden verantwortlich gemacht, wenn es beim Impfen Komplikationen geben sollte. „Wir lassen uns die Nachweise der Untersuchungen beim Kinderarzt zeigen, aber wir geben auf gar keinen Fall Information weiter“, so Pfanzelt. Wenn jemand seine Kinder nicht impfen lasse oder sich nicht über die Impfungen beraten lassen will, habe das derzeit keine Konsequenzen.

Die Debatte zu diesem Punkt wird jedoch anhalten. „Wie haben demnächst Leiterinnentreffen. Da wird das sicher Thema sein“, so Gabriele Lindinger vom Naturkinderhaus Pöring.

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