Schnee-Chaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke

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Der Haupttäter wurde vom Schöffengericht zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Wegen Spielsucht auf die schiefe Bahn geraten

Altmetall illegal zu Geld gemacht

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Einen ganzen Haufen durchaus noch verwertbarer Metalle hat ein 40-jähriger Mann aus Kirchseeon gestohlen und in München und Umgebung zu Bargeld gemacht. Am liebsten bediente er sich bei seinem Arbeitgeber, einem Automobilzulieferer im Landkreis Freising.

Kirchseeon – Die Staatsanwaltschaft war überzeugt, dem Angeklagten zwischen Oktober 2015 und Juni des darauffolgenden Jahres 16 Fälle nachweisen zu können und ging deshalb von einem gewerbsmäßigen Diebstahl aus. Neben dem mutmaßlichen Täter auf der Anklagebank des Schöffengerichts in Freising hockte sein gleichaltriger Spezl, ein ebenfalls in Kasachstan geborener Mann deutscher Staatsangehörigkeit. Den in Deggendorf wohnenden Spezl habe er nur zwei Mal eingeladen, ihn durch die Gegend zu kutschieren. Von seinen Diebeszügen habe der Mann nichts gewusst, beschwor der Haupttäter. Richter Manfred Kastlmeier und die beiden Laienrichter verurteilten die Männer zu Freiheitsstrafen. Beide Angeklagte sind vorbelastet. „Er war nur dabei, weil er einen Transporter besorgen konnte“, nahm der Haupttäter seinen Spezl in Schutz. Während er damit beschäftigt gewesen sei, den Wagen mit Metallen zu füllen, habe der Spezl im Führerhaus ein Schläfchen gehalten. „Sie knallen das Altmetall hinten rein, und Ihr Kompagnon soll das nicht gemerkt haben?“ verlieh Kastlmeier seinen Zweifeln Ausdruck. „Vielleicht hat er es ja geahnt“, antwortete der Haupttäter verunsichert.

Für dessen Dienste drückte er dem Spezl 300 Euro in die Hand. Für die zweite und zugleich letzte Tour in der Nacht auf den 2. Juni 2016 sollte der Kumpel sogar 500 Euro bekommen. „500 Euro für ein Schläfchen...“, bemerkte der Richter. Unmittelbar am darauffolgenden Tag wurde dem Haupttäter fristlos gekündigt. Die Beute belief sich auf fast 20 000 Euro. So viel zumindest erhielt der Angeklagte von Schrotthändlern. Angefangen hatte er offenbar damit, Kupferkabel auf Baustellen aufzusammeln. Angeblich im Einvernehmen mit der Bauleitung, wie er behauptete. Irgendwann ging der gelernte Dreher dazu über, sich direkt in seiner Firma zu bedienen. 

Dass er über ein Jahr lang nicht aufflog, hat einen Grund. Der Kasache war als Leiter für die Nachtschicht beschäftigt. Offenbar traute ihm niemand derlei Schandtaten zu. Zunächst glaubte man sogar an einen Fehler im System. Bis die Firmenleitung einen Detektiv beauftragte. Bald fiel auf, dass Metall nur verschwand, wenn der Angeklagte in der Firma war. Hatte er frei, geschah nichts. Der Haupttäter räumte die Diebstähle ein; aber nicht im vollen Umfang. „Zehn, elf Fälle gehen wohl auf mich zurück.“ Der Mann gab an, spielsüchtig gewesen zu sein, deshalb auch Ärger mit der Familie gehabt zu haben. All seine Einkünfte habe er verzockt. Zwischenzeitlich wandte er sich an einen Psychologen, der aber weggezogen sein soll, ohne ihm Ersatz zu vermitteln. 

 Die Sache mit der Zockerei will er inzwischen im Griff haben. Wenn man ihn so reden hört, von Automaten und dem ganzen Drumherum, beschleichen einen Zweifel: „An einem Tag kannst Du mehrere tausend Euro verdienen“, schwärmte der 40-Jährige und seine Augen leuchteten dabei. Beide Männer sind vorbelastet. Der Haupttäter deutlich mehr als sein Spezl. Einschlägige Verurteilungen sind ebenfalls dabei. Die Staatsanwältin machte klar, dem Haupttäter kein Wort zu glauben, ging vielmehr davon aus, dass, was in Freising verhandelt wurde, die „Spitze des Eisbergs“ war. Das Gericht verurteilte den Haupttäter in zwölf Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die übrigen vier Fälle wurden eingestellt. Sein Spezl bekam acht Monate Bewährung. Er blieb dabei, von nichts gewusst zu haben, ließ aber erkennen, dass ihm zumindest klar war, mitten in der Nacht Schrott zu einem Händler transportiert zu haben.

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