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Ohne Helm unterwegs zu sein, ist gefährlich. Das erklärte die Polizei den Radfahrern am Gymnasium Kirchseeon, unterstützt von der Kreisverkehrswacht.

Polizeiaktion für mehr Sicherheit 

Verkehrschaos vor Gymnasium Kirchseeon

Kirchseeon – Schulwegsicherheit ist nicht nur ein Thema für das Gymnasium Kirchseeon. Aber dort führte die Polizei Ebersberg nun eine Aktion durch.

Das Kind „nur kurz“ vor der Schule aussteigen lassen, führt, so der Bericht der Schulleitung, jeden Morgen zu haarsträubenden Situationen am Gymnasium Kirchseeon. Dies bestätigten durch ihr Verhalten auch Eltern am Morgen, als die Polizei vor Ort war, wie Hauptkommissar Dirk Anders, Sachbearbeiter Verkehr in der Inspektion Ebersberg, gegenüber der Ebersberger Zeitungerklärte. Am Morgen sei der Schulbusverkehr behindert und der durchgehende Verkehr auf der Moosacher Straße ausgebremst worden. „Der Busfahrer ist sauer, weil Eltern mit ihren Autos in der Zufahrt stehen und diese blockieren.“ Auch das Schulpersonal konnte nicht ungehindert mit seinen Autos zu den Parkplätzen. „Mit aufklärenden Gesprächen wurde auf die Verkehrssituation und ein entsprechend positiveres Verhalten hingewiesen“, so Anders. „Die Einsicht war, zumindest für den Moment, gegeben.“ Sicherlich sei das morgendliche Chaos nach kurzer Zeit vorbei. „Und man kann froh sein, dass bisher nichts Gravierendes passiert ist“, so Anders.

Aber es gebe auch die Möglichkeit, „den Tag stressfrei zu beginnen“. Von Seiten der Polizei kam der „eindringliche Appell“ an die Eltern, die Kinder an Stellen aussteigen zu lassen, wo kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wird. Dazu seien Parkmöglichkeiten neben dem Schulgelände angelegt. „Das gilt nicht nur am Gymnasium Kirchseeon, es betrifft grundsätzlich jede Schule und jeden Kindergarten“, erklärt Anders.

Ein Problem in Kirchseeon sei, dass Schüler, die zu Fuß vom Bahnhof kämen, um auf das Schulgelände zu gelangen, die Einfahrt für Autos und Busse queren müssten. Anders hat nun angeregt, einen weiteren Zugang zum Gelände zu schaffen, der sicherer sei. Dazu hat er bereits Kontakt mit dem Landratsamt aufgenommen. Der Landkreis ist Schulaufwandsträger des Gymnasiums.

Die Zufahrt sei ein „Nadelöhr“, bestätigt auch Christian Czempinski, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums. „Da müssen alle durch.“ Und so balle sich an dieser Stelle der Verkehr vor allem morgens und mittags. Grundsätzlich sei der Elternbeirat beim Thema Verkehrssicherheit sehr aktiv, lobt Czempinski. In der fünften Klasse werde ein Sicherheitstraining angeboten. Die Schule habe die Eltern angeschrieben. „Aber wir können nur appellieren.“

In der gefährlichen Verkehrssituation sieht Anders eine Aufgabe für alle. Wenn es um die Sicherheit des Schulweges gehe, dann würden die Schule oder die Polizei in die Pflicht genommen. „Aber wo bleiben denn die Eltern?“ Wenn es um das persönliche Engagement als Schulweghelfer gehe, dann käme oft die Entschuldigung: „Ich habe keine Zeit.“ Dennoch fänden sich immer wieder Ehrenamtliche, „tolle Leute“, die sich als Schulweghelfer einbrächten. Auch die Aktion am Gymnasium sei durch Kontakt mit dem dort aktiven Elternbeirat zustande gekommen.

Beim zweiten Teil der Aktion ging es um Sicherheit auf dem Fahrrad. Ein Check zum Zustand der Fahrräder, der Kleidung und Reflektoren, sowie ein Informationsgespräch mit den Schülern waren der Einstieg in die Thematik. „Ich erlebe morgens immer wieder, dass Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs sind“, hat auch Czempinski beobachtet.

Gezeigt wurde ein Crashtest-Video, der Zusammenstoß eines Pkw mit einem Fahrrad bei 20 Stundenkilometern, ähnlich wie ein möglicher Unfall am Schulgelände, beschreibt Anders. „Der Radfahrer fliegt über die Motorhaube und schlägt mit dem Kopf auf der Straße auf.“ Die überwiegende Teil der Schüler habe mit einem verschämten Lächeln zwar bestätigt, einen Helm zu besitzen. „Der liegt jedoch zuhause rum und schützt nicht den Kopf.“

Anders zeigte sich mit der Aktion zufrieden. „Vielleicht ist bei dem einen oder anderen etwas hängen geblieben.“ Die Polizei wolle nun öfter vor dem Gymnasium Präsenz zeigen, soweit es die Personallage zulasse. Auch die Aufklärungsaktion soll in Kirchseeon wiederholt sowie auch auf andere Schulen ausgedehnt werden.

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