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Rosemarie Tiller (73) und ihr Mann Peter (69) im Gerichtssaal

Vorfall im AWO-Seniorenheim Kirchseeon

Tochter klagt: Meine Mutter wurde Opfer von Pflegepfusch

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Kirchseeon - Seit fünf Jahren quält Rosemarie Tiller (73) die Frage, wer die Schuld am Tod ihrer Mutter Hedwig trägt. Tiller ist davon überzeugt, dass die Seniorin Opfer eines Pflegepfuschs wurde und an Brei erstickte. Oder ist die 95-Jährige im Pflegeheim der AWO in Kirchseeon doch eines natürlichen Todes gestorben? Darüber verhandelten jetzt die Richter am Landgericht München II.

Die Geschichte beginnt im März 2011. Damals verreisten Rosemarie Tiller und ihr Ehemann Peter, 69, in die Karibik. Ihre Mutter gab sie in dieser Zeit in die Obhut des Pflegeheims. Nicht zum ersten Mal, wie sie erzählt: „Meine Mama war dort schon öfter untergebracht. Also hatten wir keine Bedenken.“ 

Nach 14 Tagen sollte die hochbetagte Frau wieder zurück zu ihrer Tochter nach München-Sendling kommen. Aber alles kam anders: Nach acht Tagen, am 27. März, fand eine Pflegerin die 95-Jährige leblos im Bett. Für Rosemarie Tiller steht fest: Das Pflegepersonal hat gepfuscht und ihre Mutter ersticken lassen. Sie sagt: „Ich habe danach gehört, dass einige qualifizierte Arbeiter das Haus verlassen mussten. Sie wurden durch schlecht ausgebildetes Personal ersetzt.“

Von einem groben Fehler könne keine Rede sein, sind sich die Pflegerinnen einig. Auch der medizinische Gutachter erkannte keine gravierenden Verstöße. Trotzdem könne eine genaue Todesursache nicht genannt werden. Aus den Pflegeprotokollen geht hervor, dass die Seniorin unter Atembeschwerden litt. Weil sie außerdem verwirrt wirkte und Durchfall bekam, verständigte eine Pflegerin den Bereitschaftsarzt. Der verabreichte der 95-Jährigen Medikamente, ihr Zustand besserte sich. Auch beim Mittagessen ließ sie sich nach Angaben einer ungelernten Hilfskraft problemlos füttern. Es gab Brei. Jenen Brei, den ein Pathologe laut Rosemarie Tiller bei der Obduktion in Margaretes Lunge feststellte. Vor Gericht kam das aber nicht zur Sprache. 

Am 7. März will das Gericht eine Entscheidung verkünden. Für Tiller geht es nach fünf langen Jahren um mehr als 40 000 Euro Schadensersatz. Es geht um Gewissheit.

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