Weitere Investitionen geplant

Kirchseeons Schulden klettern deutlich 

Im Jahr 2020 werden Gemeinderat und Bürgermeister neu gewählt. In Kirchseeon starten sie dann möglicherweise mit einer schweren Hypothek: 9,344 Millionen Euro Schulden.

Kirchseeon - Die derzeit geplante Rekordverschuldung, die zu Beginn des laufenden Jahres noch 4,48 Millionen Euro betrug und Ende 2017 kurzfristig sogar bei wohl 14,75 Millionen Euro liegen soll, dokumentiert sich im vom Gemeinderat einstimmig verabschiedeten Finanzplan und Investitionsprogramm. Darin spiegeln sich nicht nur der fast abgeschlossene Neubau des Sportheims an der ATSV-Halle sowie die Sanierung und Erweiterung der Kirchseeoner Schule oder das neue Kinderhaus an der Münchner Straße wider, die das laufende Haushaltsjahr entscheidend prägen. Auch 2018 und in den Folgejahren stehen nach derzeitiger Planung in der Marktgemeinde in einer Größenordnung von 5,38 Millionen Euro hohe Investitionen an.

Einen Schwerpunkt bilden dabei Umbauten im Rathaus. So soll das Bauamt im Erdgeschoss des Rathauses zum neuen Büro des Sachgebiets „Soziales, Kinder und Senioren“ werden (100 000 Euro), der Rathauseingang erhält für 50 000 Euro ein Vordach und für veranschlagte 220 000 Euro soll der Sitzungssaal erneuert werden.

Neu werden sollen auch die Prallschutzwand inklusive Tore und Türen sowie thermisch gesehen das Treppenhaus zur Schulturnhalle für insgesamt 160 000 Euro. In die neuen Fenster des Kinderhauses „Spatzennest“ werden nach Plan 100 000 Euro gesteckt, für 275 000 Euro soll der Parkplatz vor der ATSV-Halle hergerichtet werden. 100 000 Euro sind für einen neuen Kassenautomaten samt Zugangskontrolle im Hallenbad vorgesehen, mit einer Viertelmillion Euro ist die Übernahme der Straßenbeleuchtung in die Hand der Gemeinde veranschlagt. Knapp eine halbe Million Euro stecken in den Plänen für den von Rüdiger Za (Grüne) in den Etats für 2016 und 2017 schon angemahnten neuen Durchlass in Osterseeon und 170 000 Euro soll die Perschtenstiftung erhalten, wenn sie im erweiterten Schulhaus ihre neuen Räume herrichtet.

Selten wird aus der Liste der in den Folgejahren vorgesehenen Investitionen etwas gestrichen. Wenn etwas verändert wird, ist es oft die zeitliche Reihung, sodass aus diesen geplanten Investitionen sozusagen Merkposten für die Zukunft werden.

Nicht so beim 50 000 Euro schweren Ansatz „öffentliche Toilettenanlage“. Laut der gemeindlichen Behindertenbeauftragten und im Seniorenarbeitskreis aktiven Gemeinderätin Natalie Katholing (Grüne) hat sich nämlich das Konzept „freundliche Toilette“ sehr bewährt. Kirchseeon sei bei der Benutzung von Toiletten in Geschäften durch die Bürger schon zum Modell geworden, berichtete sie im Marktgemeinderat.

Der Schuldenstand einer Gemeinde ist ein Aspekt für die politische Handlungsfähigkeit eines Gemeinderats oder Bürgermeisters. Ein anderer Blick gilt den Rücklagen, quasi dem Sparbuch einer Gemeinde. Derzeit, sprich zum Jahresbeginn 2017, betragen sie 1,388 Millionen Euro. Nach den Prognosen der Finanzplanung werden sie Ende des Jahres 2020 auf 771 000 Euro zusammengeschrumpft sein, sich also nahezu halbiert haben.

Eberhard Rienth

Rubriklistenbild: © dpa

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