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Niklas Bachmann (13, rechts im Bild), Kirchseeoner Gymnasiast, bei der Überreichung des Zwischenzeugnisses an Minister Ludwig Spaenle.

Zwischenzeugnis für Ludwig Spaenle

Vorrücken stark gefährdet, Herr Minister!

Kirchseeon - Nicht nur Bayerns Schüler haben am Freitag Zwischenzeugnisse bekommen. Für Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) gab's auch eines - ein arg durchwachsenes. Zwei Kirchseeoner Gymnasiasten haben an der Notengebung mitgewirkt.

Am Freitag haben nicht nur Bayerns Schüler ihre Zwischenzeugnisse bekommen. Auch Kultusminister Ludwig Spaenle hat eine Rückmeldung über seine im letzten Halbjahr erzielten Leistungen in Empfang nehmen dürfen – und zwar witzigerweise von einigen engagierten Schülervertretern, die sich Gedanken gemacht haben darüber, welche Note der Kultusminister zum Beispiel im Fach „Schulen modernisieren“ verdienen würde. Unterm Strich muss man sagen, dass er nicht so gut abgeschnitten hat. Seine Versetzung: stark gefährdet.

Mit dabei bei der umgedrehten Zeugnisverteilung, mit der die Schüler auch hinweisen wollen darauf, dass sie oft nur noch auf Noten reduziert würden, waren auch zwei Gymnasiasten aus Kirchseeon: der erst 13-jährige Niklas Bachmann und Jonas Glaser, der heuer Abitur macht.

Dieses Zwischenzeugnis haben die Schüler Minister Spaenle ausgestellt. Ob er mit seinen Leistungen zufrieden ist?

Die beiden bedauern vor allem, dass Lernen in der Schule meist wenig Spaß macht – und auch nicht nachhaltig funktioniere. „Das meiste wird ohnehin wieder vergessen“, meint Niklas Bachmann. Jonas Glaser findet außerdem, das ganze System mit seiner Dreigliedrigkeit gehöre neu überdacht, „es gibt sicher Hauptschüler, die besser in Mathe sind als manche Gymnasiasten“. Mit Bedauern nahmen beide zur Kenntnis, dass am Freitag auch der Bildungsausschuss des Landtags eine Petition abgelehnt hat, die von der SchülerInnenvertretung eingereicht worden war. Die hatte vorgesehen, dass das Schulforum, in dem an jeder Schule je drei Lehrer, Schüler und Elternvertreter bestimmte Rahmenbedingungen für jeweils ihre Einrichtung festlegen, künftig öffentlich tagen soll. Weil viele Eltern oder auch Kinder gar nicht wissen, dass dieses Gremium überhaupt existiert.

Und in welchen Fächern die Schüler den Minister jetzt bewertet haben? Etwa im Fach: „Städte den ländlichen Gebieten vorziehen“ – da bekam er immerhin eine Drei. Seine Fähigkeiten bezüglich der „Vermeidung von Elitenbildung“ wurden allerdings mit einer Fünf bewertet. Und im Fach „Sich für Schülerrechte einsetzen“ musste er eine glatte Sechs hinnehmen. Aber: Es fand sich auch eine Eins auf seinem Zeugnis. Für seine Leistungen beim „Verkaufen des G 8 als innovativ".

Andrea Kästle

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