Kirchseeon setzt Zeichen für sein Bad

Kirchseeon - Der Schlüsselsatz kam von Kirchseeons 2. Bürgermeisterin Maria Wollny: „Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir das Hallenbad weiterhin geöffnet lassen.“ Denn für eine neue Kassenanlage werden jetzt 20 000 Euro investiert.

Der Beschluss des Gemeinderats weckte damit Erinnerungen an die ungeliebte Diskussion über den Fortbestand des Schwimmbades während der Haushaltsberatung im Frühjahr 2010. Weil jährlich ein Defizit von 180 000 Euro zu verkraften war, wurden die Eintrittsgelder nahezu verdoppelt. Rund 60 000 Euro sollte dies per anno einbringen. Ein Drittel davon fließt jetzt in die neue Kassenanlage. „Wir investieren ja nicht, wenn wir’s schließen würden“, betonte Wollny - und machte damit den Weg frei für einen Vorschlag von Jürgen Puls. Dessen Schwimmschule bietet im Kirchseeoner Hallenbad Babyschwimmen, Schwimmkurse sowie Aquafitness und Aquacycling an. Und Puls hatte erfahren, dass das Schwimmbad der Stadt Schwerte am Rand des Ruhrgebiets geschlossen wird und die dortige Kassenanlage deshalb günstig zu erwerben sei. Fast hätte Bürgermeister Udo Ockel (CSU) die Anlage ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat gekauft. Bauhofmitarbeiter standen schon bereit, sie abzuholen. Doch weil sich die Kosten dann doch auf 20 000 Euro hochschraubten, holte sich der Verwaltungschef in der jüngsten Sitzung Rückendeckung. Und er bekam sie einstimmig.

Denn die bisherigen Metallmünzen, mit denen der Eintritt bezahlt wird, haben Nachteile. Mit ihnen sind flexible Badezeiten schlecht vereinbar. Eine Nachverrechnung nur über das Schwimmbadpersonal möglich. Und hat jemand im Kleiderschränkchen etwas vergessen, kommt keiner mehr an den Inhalt, ohne eigentlich neu bezahlen zu müssen. Solcherlei Ablenkung des Personals aber sei „nicht zulässig“, lautete Ockels Argument für die anvisierte Reinvestition eines Teils der vor fast zwei Jahren erhöhten Eintrittsgelder. Zum Schuljahresanfang im nächsten September soll die neue Anlage montiert sein. Sie ist jetzt drei Jahre alt und würde, wenn neu gekauft, etwa 50 000 Euro kosten, hatte Schwimmmeister Puls recherchiert. Die Anlage ermögliche über zwei Drehkreuze, den zugehörigen Wertstreifen und den passenden Spindschlössern sowie eines Nachzahlautomatens eine verbesserte Zugangskontrolle des Bades, lautete das Argument. Entsprechende Systeme seien bereits in vielen anderen Bädern im Einsatz. Die Hardware kostet nach Angaben des Schwimmmeisters netto 8000 Euro, die Software noch 12 000 Euro. Puls nannte die neue Anlage „zeitgemäß“. Die Wartung der Anlage komme hinzu. Und auch noch weitere Kosten. Denn „der Eingangsbereich wird dann umgestaltet“, freute sich Puls. Alles werde „viel freundlicher“.

Von Eberhard Rienth

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