Kreuz und quer: Wild geparkt wird ständig am Kirchseeoner Marktplatz. Foto: S. Rossmann

Keine Markierungen

Parkchaos: Anlieger blitzen ab

Kirchseeon - Zusätzliche Markierungen am Boden wurden abgelehnt, bauliche Veränderungen sind in weiter Ferne. Der Marktplatz bleibt ein Sorgenkind.

Dass auf dem Kirchseeoner Marktplatz Parkplatzchaos herrscht, weil Autofahrer ihr Gefährt überall, selbst auf Gehwegflächen, abstellen, ist ein altes Ärgernis. Doch wird es wohl dabei bleiben. Eine echte Lösung brächten nämlich nur bauliche Veränderungen, doch die sind wohl in weiter Ferne.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte SPD-Gemeinderätin Manuela Obert, die schon in der Novembersitzung über die schlechte Parkmoral am Marktplatz geklagt hatte. Sie schob jetzt einen Antrag von mehreren Anliegern nach. Diese baten darum, durch entsprechende Bodenmarkierungen deutlich zu machen, wo Parken verboten ist.

Gegenwärtig ist im Marktplatz geregelt, dass nur auf gekennzeichneten Stellplätzen geparkt werden darf. „In der Praxis werden aber wesentlich mehr Flächen seit Jahrzehnten zum Parken genutzt“, so Bürgermeister Udo Ockel (CSU) in der Sitzung. Dies liege auch daran, dass die Markierungen und die Bodennägel schlecht zu sehen seien. Auch sind sie derzeit nicht mehr komplett. Dabei wäre dennoch laut Gesetz alles klar, und wildes Parken nicht möglich, da es ja das sogenannte gesetzliche Halteverbot gebe. Dieses besagt, dass Halten und Parken zum Beispiel an engen und unübersichtlichen Straßenstellen generell verboten ist. Dies gilt auch im Bereich von Kurven, vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je fünf Meter von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten. Für die Anlieger relevant ist das Parkverbot vor oder gegenüber von Grundstücksein- und -ausfahrten.

Polizei: Bodenmarkierungen keine geeignete Lösung

Im Januar hatte ein Ortstermin mit Vertretern des gemeindlichen Bauamts und der Ebersberger Polizeiinspektion statt gefunden. Bodenmarkierungen, wie von den Anliegern gefordert, bezeichnete die Polizei aber als keine geeignete Lösung. Sie seien in den Wintermonaten nicht sichtbar und würden wohl „eine Flut von Anträgen für weitere Ein- und Ausfahrten“ nach sich ziehen.

Dieser Einschätzung schloss sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig an. Klar ist aber auch: Nur „eine Veränderungen der Parkbuchten, Gehwege und Einfahrten würde eine ordentliche Lösung bringen“. Doch diese würde eine gänzliche Neugestaltung des Marktplatzes bedeuten, wofür in absehbarer Zeit durch den finanzaufwändigen Bau des neuen Kinderhauses in der Münchner Straße, des Sportheims neben der ATSV-Halle und des Umbaus der Schule kein Cent in der Gemeindekasse übrig ist.

Von Eberhard Rienth

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