Botschafter a.D. Hermann Huber mit seiner Ehefrau Jacqueline beim Empfang. Foto: sro

Kleiner Bär für großen Sohn Grafings

Grafing - „Der Kreis hat sich geschlossen“, sagte Botschafter a.D. Hermann Huber mit bewegter Stimme beim Empfang zu seinem 80. Geburtstag im Grafinger Rathaus.

In all den Jahren im diplomatischen Dienst sei seine Heimatstadt immer ein wichtiger Bezugspunkt geblieben, so Huber. Vor 15 Jahren kehrte er zurück, um hier seinen Ruhestand zu genießen.

Bürgermeister Rudolf Heiler wies in seiner Ansprache auf die großen Verdienste Hubers um die Deutsche Einheit hin. Der gebürtige Grafinger war Botschafter in Prag, als die Flüchtlinge aus der damaligen DDR dort Zuflucht fanden.

Huber relativierte seinen Anteil an den historischen Ereignissen in seiner bescheiden Art. Wenn er heute an die Geschehnisse von damals zurückdenke, werde ihm klar: „Die eigentliche Ehrung gehört den Menschen, die den Mut aufbrachten, ihre Heimat zu verlassen.“ Und: „Meine Flüchtlinge waren das Volk.“ Die Deutschen hätte keine Mythen mehr, so Huber weiter. „Die sind uns seit 1945 gründlich vergangen.“ Aber was für die Franzosen die Revolution sei, könnte für die Deutschen die Freiheitsliebe der Menschen im Osten sein, „die uns die Einheit gebracht haben“.

Huber war sichtlich gerührt von der Herzlichkeit des Empfangs. Mit ruhiger Hand und viel Schwung dirigierte er den „Bayerischen Defiliermarsch“, den die Stadtkapelle spielte. Und er freute sich, als es für ihn und ein Vielzahl der Gäste überraschend die Böllerschützen im Hof krachen ließen. Leisere Klänge kamen von der „Almmusi“, die mit bairischen Weisen für die musikalische Umrahmung sorgte. Bürgermeister Heiler machte deutlich, dass man bewusst auf klassische Musik verzichtet habe.

In seiner Rede verwies der Bürgermeister auf einen „berühmten Sohn der Stadt“ den Maler Max Joseph Wagenbauer, der 1775 im Rathaus geboren wurde. 235 Jahre später könne man wieder einen Bürger der Stadt so bezeichnen und diesen Titel quasi „verleihen“. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Heiler einen kleinen eisernen Bären (Grafinger Wappentier), das erste Exemplar seiner Art, entstanden in der Ebersberger Kunstschmiede Bergmeister. „Grafing ist stolz, Sie als Bürger in unserer Stadt zu wissen“, betonte Heiler. Reaktion von Huber: „Dass mir meine Heimatstadt so viel Ehre angedeihen ließ, das ist das Schönste, was mir passieren kann.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mitten in Ebersberg: Wohnhaus in Flammen - Großeinsatz mit rund 100 Rettungskräften
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße steht das Haus der Glaserei Mascher in Flammen. Rund 60 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz.
Mitten in Ebersberg: Wohnhaus in Flammen - Großeinsatz mit rund 100 Rettungskräften
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Grafinger Bayernpartei hat ihre Stadtratsliste für die anstehende Kommunalwahl im März nächsten Jahres aufgestellt. Zwölf Kandidaten wurden jeweils einstimmig …
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Verkehrswende kommt vom Balkan
Das traditionsreiche Glonner Busunternehmen Ettenhuber investiert in die Zukunft und erweitert seine MVV-Linien. Unterstützung kommt aus Osteuropa.
Die Verkehrswende kommt vom Balkan
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Der Termin fürs Volksfest Poing 2020 steht fest. Und auch, wie viel Geld die Gemeinde für 2019 ausgegeben hat.
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht

Kommentare