+
Thomas Huber, Kreischef der CSU in Ebersberg und Landtagsabgeordneter, über offene Kritik in seiner Partei an Horst Seehofer: „Jeder hat seinen eigenen Kommunikationsstil – meiner ist es sicherlich nicht!“

Kolumne 

Die CSU und die Politproleten

  • schließen

Die Wähler wollen Klarheit, sagt unser Kolumnist. Warum der Abgeordnete Thomas Huber mutlos scheint und Staatskanzleichef Florian Herrmann sprachlich entgleist und inhaltlich nicht liefert. 

Die CSU verliert. An Zustimmung. An altgedienten CSU-Größen. Der ehemalige Ebersberger Landrat Hans Vollhardt gibt nach 47 Jahren sein Parteibuch zurück. Harald Leitherer, früherer Landrat von Schweinfurt, nach 49 Jahren. Was einige CSU-Politiker außerdem verlieren, sind Argumente und Mut.

Thomas Huber, Kreisvorsitzender der CSU in Ebersberg, Landtagsabgeordneter, will sich über die CSU und Horst Seehofer offen nicht äußern. Auf unserer Facebook-Seite schreibt er: „Jeder hat seinen eigenen Kommunikationsstil – meiner ist es sicherlich nicht!“ Huber, der soziale Medien eigentlich gerne nutzt, im Juni, um den Masterplan Seehofers publik zu machen. Unsere Redaktion hat ihn aufgefordert, Stellung zu beziehen. Die muss nicht zwingend gegen Seehofer sein. Was die Wähler aber erwarten, sind klare Worte. Für was steht Huber!?

„Der Vorsitzende der CSU vertritt nicht meine Werte.“

Anders Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende der CSU im Marktgemeinderat von Garmisch-Partenkirchen. Sie sagt zu Seehofer und „seinen 69 Flüchtlingen zum 69. Geburtstag“: Der Vorsitzende der CSU vertrete nicht ihre Werte. „Wenn der Vorsitzende meiner Partei, die sich christlich und sozial nennt, verbal und inhaltlich derart daneben greift, werde ich mich äußern: laut und deutlich und mit dem klaren Statement: So nicht, es reicht.“ Thomas Huber soll intern „unnütze, überhebliche, unangemessene Äußerungen“, die es in der CSU gebe, als abstoßend für Wähler benannt haben. Öffentlich kam bisher nichts.

Herrmann spricht von „Politprolet“ und kritisiert die Sprache der anderen

Dass die Sache mit der Sprache CSU-Männer disqualifiziert, beweist Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei und Freisinger Kreischef. Auf Twitter schreibt er: „Wer wie Aiwanger seine Sprache nicht im Griff hat, bei dem muss auch im Kopf Unordnung herrschen. Für mich ist klar: dieser Politprolet ist persönlich nicht koalitionsfähig, er ist Lichtjahre vom Niveau eines bayerischen Ministers entfernt.“ Sprachliche Unmanier, ohne inhaltliche Substanz. Auf mehrmalige Nachfrage zweier Merkur-Journalisten bei Herrmann auf Twitter, mit wem die CSU sonst koalieren wolle (als mit den Freien Wählern), kam nichts. Wähler quittieren das. Schriftlich.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Stand Dienstag: +++128 Infizierte+++
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Infizierte, Hintergrundberichte, Hinweise - hier gibt es die wichtigsten Entwicklungen zur Krise im Live-Ticker.
Coronavirus im Landkreis Ebersberg: Stand Dienstag: +++128 Infizierte+++
Nach Kommunalwahl im Ebersberger Landkreis: CSU mit Wahlergebnis zufrieden
Nach Kommunalwahlen im Landkreis Ebersberg: Die Partei lobt das starke Abschneiden auf Kreisebene. In zwölf von 20 Kommunen hatten CSU-Kandidaten gewonnen.
Nach Kommunalwahl im Ebersberger Landkreis: CSU mit Wahlergebnis zufrieden
Berufsbildungswerk Kirchseeon: 46 neue Wohnungen für Pflegeschüler
Das Berufsbildungswerk St. Zeno verändert sich, der Marktgemeinderat genehmigt Bauanfrage. Enstehen sollen 46 Wohnungen mit 61 Betten.
Berufsbildungswerk Kirchseeon: 46 neue Wohnungen für Pflegeschüler
Kunst in Corona-Zeiten: Ein bisschen Farbe und Freude 
Sabrina Sturm aus Poing hat etwas Farbe und Abwechslung in den Corona-Alltag gezaubert: Die Hobbykünstlerin stellte ihre Bilder spontan im Garten aus. 
Kunst in Corona-Zeiten: Ein bisschen Farbe und Freude 

Kommentare