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EZ-Redakteur Josef Ametsbichler.

KOMMENTAR

Kopfsprung ins Fettnäpfchen: Windkraft-Infokampagne der Energieagentur scheitert, bevor sie begonnen hat

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Energieagentur soll die Bürger vor der Abstimmung über fünf Windkraftanlagen im Ebersberger Forst neutral informieren. Dass sie dafür ungeeignet ist, beweist sie gleich zum Anfang, findet unser Autor.

  • Die Bürger im Landkreis Ebersberg sollen über den Bau von fünf Windkrafträdern im Ebersberger Forst abstimmen.
  • Neutrale Informationen dazu soll die Energieagentur des Landkreises liefern.
  • Das gelingt ihr nicht, sie setzt damit ein verheerendes Signal für die kommende Debatte, argumentiert unser Kommentator.

Landkreis - Die Auftakt-Mitteilung der Energieagentur Ebersberg zur Windkraft-Infokampagne lässt keinen Zweifel daran: Die „Kompetenzstelle für alle Energiefragen“ steht voll hinter dem Fünf-Rotoren-Projekt im Forst. Damit aber ist ihre Informationskampagne gescheitert, bevor sie angefangen hat.

Eine neutrale Aufklärung vor dem Bürgerentscheid ist von der Energieagentur nicht zu erwarten. Sie ist dafür schlicht die falsche Stelle. Die Agentur mag recht damit haben, dass es ohne viel mehr nachhaltige Stromerzeugung nicht weitergehen kann. Aber dank dieses Kopfsprungs ins Fettnäpfchen gleich zum Start wird das nicht mehr Gegenstand der anrollenden öffentlichen Debatte sein.

Die Diskussion wird sich mehr um die Info-Kampagne als um die Sache drehen

Von Beginn an haben die Windkraft-Gegner mit der Bestellung der Energieagentur zum „Bürger-Aufklärer“ gehadert. Zurecht, stellt sich heraus. Der Diskussion schadet das immens. Sie wird sich nicht mehr nur ums Für und Wider der Windkraft im Ebersberger Forst drehen.

Die Kreispolitik wird auch den Makel nicht mehr loswerden, die Argumentationslage von Anfang an mit Nachdruck in die Pro-Windkraft-Richtung gesteuert zu haben.

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