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Der Kreistag Ebersberg bei der Vereidigung im Jahr 2014.

Kommunalwahl 2020

Kreistagswahl: AfD-Schmidt zieht in Kreistag ein, SPD verliert drastisch

  • Robert Langer
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Nach Kreistagswahl: CSU bleibt stärkste Fraktion. Grüne legen deutlich zu und SPD verliert drastisch. Vermutlich ziehen drei AfD-Mitglieder in den Kreistag ein.

Landkreis – Das Auszählen der Stimmen für den Kreistag dauerte diesmal lange, sehr lange. Aber der Trend war deutlich. Die CSU bleibt stärkste Partei. Wahlgewinner sind die Grünen, die deutlich zulegen können. Die SPD hingegen bricht regelrecht ein. Leichte Einbußen bei den Freien Wählern. Die FDP legte prozentual zu, auch wenn sich das nach einem vorläufigen Ergebnis wohl nicht in mehr Mandaten niederschlägt. Bei den Wahlen vor sechs Jahren waren AfD (siehe auch Bericht unten) und Bayernpartei erstmals ins Gremium eingezogen. Sie werden dem Kreistag auch weiterhin angehören. Neu vertreten im Gremium ist die Linke.

Das vorläufige Ergebnis am Dienstag um 17 Uhr (Quelle Landratsamt), nachdem 203 von 207 Schnellmeldungen ausgezählt waren: CSU 40,1 %, Grüne: 24,5 %, Freie Wähler: 9,2 %, SPD: 10,5 %, AfD 4,3 %, FDP 3,8 %, BP 2,5 %, ödp 3,0 %, Linke 1,9 %.

Kreistagswahl 2020: Waltraud Gruber (Grüne) begeistert

CSU-Fraktionssprecher Martin Wagner zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Das sei noch erträglich“, obwohl die CSU versucht habe, frühere Verluste wieder wettzumachen. Man werde jetzt mit der FDP sprechen. Es gebe Überlegungen, die bisherige Fraktionsgemeinschaft mit den Liberalen fortzusetzen. Als einen der Pluspunkte für die Christsozialen sah Wagner, dass Landrat Robert Niedergesäß mit auf der Liste stand. Der wurde mit über 60 Prozent in seinem Amt bestätigt. Die CSU Spitzenpolitiker des Landkreises, Niedergesäß, Thomas Huber, MdL, und Andreas Lenz, MdB, fuhren auch Spitzenergebnisse ein.

Andreas Lenz fuhrt ein Spitzenergebnis ein. 

Angesichts des Ergebnisses zeigte sich Waltraud Gruber (Grüne) begeistert. „Wir haben die Hälfte unserer bisherigen Mandate hinzugewonnen. Wir sind zweitstärkste Fraktion.“ Damit könnten nun die Grünen Ziele noch deutlicher herausgestellt werden, wie den Erhalt der Lebensgrundlagen, vor allem Klima-, Natur- und Landschaftsschutz sowie der Bereich Verkehr und ein soziales Miteinander. Gruber freut sich auch darüber, dass viele junge Kandidaten der Grünen gewählt wurden.“

Doris Rauscher: Ergebnis „furchtbar“

Als „furchtbar“ bewertet hingegen die SPD-Landtagabgeordnete und Kreisrätin Doris Rauscher das Ergebnis der Sozialdemokraten. Die Partei hat fast die Hälfte ihrer Sitze verloren. „Das muss man jetzt akzeptieren und wir müssen nach vorne schauen.“ Die Arbeit im Kreistag mit bisher elf Köpfen sei auch schon schwer gewesen. Jetzt müsse man mit einer noch kleineren Gruppe zurechtkommen. Die Arbeit bliebe die gleiche, müsse aber auf weniger Schultern verteilt werden. Traurig findet Rauscher, dass sich für den Wahlkampf eine tolle Truppe zusammen gefunden habe mit vielen jungen Leuten, bei denen die Enttäuschung jetzt groß sei.

Zufrieden zeigte sich der FDP-Kreisvorsitzende Alexander Müller. Zwar habe man als Ziel drei Mandate ausgegeben, es seien wohl nur zwei geworden. Sehr erfreut ist Müller jedoch darüber, dass die FDP nach dieser Kommunalwahl deutlich mehr Mandate in den kommunalen Gremien hat, von den Gemeinde- über Stadträte bis zum Kreistag. Eine Fortführung einer Fraktionsgemeinschaft mit der CSU würde er positiv gegenüber stehen. „Wir sind damit gut gefahren.“

Zufrieden mit dem Wahlergebnis trotz des möglichen Verlusts ist Georg Reitsberger (Freie Wähler). „Wir werden weiter beteiligt sein.“ Er sieht als Hauptproblem in den kommenden Monaten, dass die finanzielle Ausstattung des Landkreises durch die Belastungen der Corona-Krise leiden könnte.

Kreistag: klare Abgrenzung gegen die AfD

Eine klare Abgrenzung aus weiten Teilen des 60-köpfigen Kreistages gibt es gegen die AfD, die möglicherweise drei Mandate bekommen wird. Dann zieht wohl auch der umstrittene bisherige Vaterstettener AfD-Gemeinderat Manfred Schmidt in das Gremium ein. „Man kann auch mit 57 Leuten gut zusammenarbeiten“, meint Rauscher (SPD) zugespitzt. „Der Kreistag ist groß genug.“

Waltraud Gruber (Grüne) sagte: „Wir müssen auf alle Fälle versuchen zu verhindern, dass die AFD in die Ausschüsse kommt.“

„Lieber als Einzelkämpfer als mit der AfD“, so der Kommentar von Müller (FDP). Klare Kante gegenüber der AfD will auch die CSU zeigen. Georg Reitsberger (Freie Wähler) ist etwas vorsichtiger. Er betont: „Ich respektiere den Wählerwillen. Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, auch im Kreistag.“

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