An der Kreuzung der Staatsstraße 2081/Baldhamer Straße ereignete sich ein tödlicher Unfall. Foto: Stefan Rossmann

Kreisverkehr auf eigene Kosten

Zorneding - Weil das Straßenbauamt Rosenheim keine Notwendigkeit für die Maßnahme sieht, will Zorneding selbst aktiv werden.

Seit vor gut fünf Jahren ein tödlicher Unfall an der Kreuzung der Staatsstraße 2081 mit der Baldhamer Straße in Pöring passierte, wird im Zornedinger Gemeinderat über eine Umgestaltung dieser unfallträchtigen Kreuzung diskutiert. Nun könnte endlich Bewegung in die Angelegenheit kommen. Ein Ingenieurbüro soll auf Kosten der Gemeinde einen Kreisverkehr planen.

Erst Päne für Querungshilfe, dann Kreisverkehr

Schon 2010, kurz nach dem tragischen Unfall, hatte die Grünen-Fraktion im Gemeinderat beantragt, an der St 2081 am Pöringer Gewerbegebiet eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer einzurichten. Außerdem wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von bislang 100 Stundenkilometer auf 70 Stundenkilometer reduziert. 2012 hatte der Arbeitskreis Verkehr der Lokalen Agenda 21 dann seine Planungen zu einem Radweg mit Querungshilfe vorgestellt. Und schließlich kam die Idee auf, an der Kreuzung einen Kreisverkehr einzurichten.

Dessen Notwendigkeit wird vom Straßenbauamt Rosenheim, das für die St 2081 zuständig ist, zwar nicht gesehen. Immerhin signalisierte die Behörde jetzt aber nach längerem Hin und Her, sich einer Planung und Umsetzung durch die Gemeinde Zorneding nicht zu verschließen, wenn die Kommune die Kosten trägt.

Kritik: Zu teuer, keine Vorteile für Fußgänger

„Ein Kreisel ist teurer als eine Querungshilfe und bietet gerade für Fußgänger keine Vorteile“, kritisierte Barbara Weiß (Grüne) in der Sitzung des Gemeinderates und plädierte dafür, lieber die Querungshilfe zu planen. „Wir haben schon fünf Jahre vertan, so viel Zeit sollten wir jetzt nicht mehr vertrödeln.“ „Wenn der Kreisel vernünftig angelegt ist, hoffen wir, dass alle Verkehrsteilnehmer damit zurechtkommen“, entgegnete Wilhelm Ficker (FWG). „Natürlich muss man aber abwägen, was unter Kosten- und Sicherheitsaspekten am sinnvollsten ist.“

Verkehr nimmt zu - und damit die Gefahr

Bürgermeister Piet Mayr (CSU) betonte, dass die Verkehrszahlen rund um das Pöringer Gewerbegebiet ständig stiegen „und damit auch das Gefahrenpotential.“ So sah das auch Johann Schott (CSU): „Wir müssen zukunftsbezogen denken, der Verkehr wird immer mehr. Die Alternative zum Kreisel wäre eine Ampel und die will kein Mensch, weil sie teurer ist und Stau provoziert.“ Wer den Unterhalt des Kreisverkehrs zahlen müsse, wollte Christian Krumpholz (CSU) wissen. „Der Kreisel wird Bestandteil der Staatsstraße, somit wäre das Straßenbauamt zuständig“, antwortete Mayr.

Letztlich stimmten alle Räte dafür, ein Ingenieurbüro mit der Planung und Kostenermittlung eines Kreisverkehres zu beauftragen. Die Arbeit der Agenda 21 soll in die Planung einfließen.

Susanne Edelmann

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