Für jeden Besucher einen „Heiligenschein“: Kunst darf auch mal Spaß machen, zum Beispiel bei „Kunst und Wein“ mit Sommelier Joseph Kopp (2. v.li.) am Freitagabend. Foto: ez

Kunstverein Ebersberg: Schluss mit elitär

Ebersberg - „Wir holen die Kunst vom Sockel!“ Nase hoch, Blick von oben herab? So etwas soll es beim Kunstverein Ebersberg nie wieder geben. Die Vorsitzenden Karin Dohrmann und Vera Schüller wollen eine Art Bürgerforum schaffen.

Das erklärten sie beim Antrittsbesuch beim Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer. Motto: Kunst ist für alle da! Das neue Führungsduo, Karin Dohrmann und ihre Stellvertreterin Vera Schüller, will den Kunstverein attraktiver und offener gestalten. Ziel: Mehr Publikum und vor allem junge Leute ansprechen und Angebote zum Mitmachen bieten. Das hörte Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer gerne. „Wir sind Kunst“, jubelte denn auch der kulturfreundliche Rathauschef. „Es muss endlich zur Normalität gehören, in die Alte Brennerei zu gehen!“ Damit das irgendwann einmal tatsächlich so wird, hat die neue Vereinsführung ein verändertes Konzept für das kommende Jahr ausgearbeitet. Ausstellungsbetrieb und Rahmenprogramm bleiben. Der Kunstverein setzt dazu auf Kooperationen, aus denen heraus sich dann vielleicht auch neue und vor allem später treue Ausstellungsbesucher rekrutieren lassen.

Das ganz Jahr 2012 läuft unter dem zunächst etwas sperrig klingenden Titel „Verwertetes Fleisch - Tier als Rohstoff und Mensch als Humankapital“. In Zeiten, in denen der Mensch an seiner Produktivität gemessen wird und Turbozuchten aus Tieren armselige Kreaturen machen, ist das Thema immer aktuell. Vier Künstlergruppen beschäftigen sich in ihren Ausstellungen auf ihre ganz eigenen Arten damit. „Nicht immer leichte Kost“, verspricht Karin Dohrmann.

Dazu kommen die obligatorischen Jahres- und Mitgliederausstellungen. Im Mai und im Oktober wird es Podiumsdiskussionen geben, einmal über „Humankapital“, einmal über „Tier als Rohstoff“ - aus Ebersberg stammt ja der Begründer der internationalen Tierschutzbewegung, Ignaz Perner.

Über den lokalen Bezug bei diesen und weiteren geplanten Veranstaltungen freut sich auch Ebersbergs Bürgermeister. Vhs, Waldmuseum, kirchliche Bildungswerke, der „Rosenhof“ und nicht zuletzt die Schulen vor Ort will der Kunstverein jetzt mit ins Boot holen.

Neben öffentlichen Kunsttreffs in der Galerie, locker-launigen Kunst- und Wein-Abenden, kostenlosen Führungen und Künstlergesprächen bietet sich für Vereinsmitglieder ab 2012 auch etwas Neues an: Sie können für jeweils einige Tage das „Studio an der Rampe“ nutzen - für eigene Ausstellungen.

Von Sabine Heine

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