Altersarmut steigt weiter

Landkreis Ebersberg - Immer mehr Rentner im Landkreis Ebersberg sind auf staatliche Unterstützung angewiesen.

418 Menschen erhielten im vergangenen Jahr Grundsicherung im Alter („Alters-Hartz-IV“) oder bei Erwerbsminderung - doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitteilt. Die NGG München warnt vor einer Zunahme der Altersarmut und fordert einen Stopp der beschlossenen weiteren Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus.

„Innerhalb von zehn Jahren sind im Kreis Ebersberg mehr als 200 Menschen hinzugekommen, die ihre Rente beim Staat aufbessern müssen“, sagt NGG-Geschäftsführer Mustafa Öz. Er spricht von einem „sozialpolitischen Armutszeugnis“, dass selbst Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, der Gang zum Sozialamt nicht erspart bleibe. „Wir brauchen deshalb dringend Korrekturen bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Ohne ein höheres Rentenniveau werden junge Beschäftigte später in Altersarmut geschickt.“

Auch die tarifliche Altersvorsorge fange die Versäumnisse des Gesetzgebers nur zum Teil auf. „Gleichzeitig bietet die Tarifrente aber einen besseren Schutz vor Altersarmut“, sagt Öz. Dazu habe die NGG in Bayern in vielen Branchen Tarifverträge vereinbart. Zum Beispiel in der Brauwirtschaft, in der Nährmittelindustrie und in der Milchwirtschaft.

So zahlt der Arbeitgeber für jeden Beschäftigten in der Milchindustrie 700 Euro pro Jahr in die tarifliche Altersvorsorge ein. Ab 2017 steigt der Arbeitgeber-Anteil auf 800 Euro. „So hoch muss der Beitrag vom Chef mindestens sein, damit die Tarifrente im Alter spürbar im Portemonnaie ankommt“, so Öz. ez

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