Arbeitgeber auf der Suche

Betrieben fehlen die Auszubildenden

Landkreis Ebersberg - Die IHK ist sich sicher: Integration von Flüchtlingen könnte der Schlüssel zur Behebung des Mangels sein.

Trotz aller Anstrengungen bei der Lehrlingssuche sind die Ausbildungszahlen im Landkreis weiter rückläufig: Insgesamt stellten die Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung bis Jahresende (2015) 346 Auszubildende neu ein, 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt der Landkreis deutlich über dem oberbayerischen Schnitt. Hier ging die Anzahl der Neu-Verträge um 0,3 Prozent zurück. Dies geht aus der aktuellen Ausbildungsstatistik der IHK für München und Oberbayern hervor. 

„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist ungebrochen. Doch es gehen ihnen schlichtweg die Azubis aus, und das stellt die Betriebe bei der Fachkräftesicherung vor riesige Probleme“, warnt Georg Reischl, Vorsitzender des IHK-Gremiums Ebersberg. Der Azubimangel macht sich dabei sowohl bei den gewerblich-technischen (minus 19 Prozent) als auch bei den kaufmännischen Berufen (minus 11 Prozent) bemerkbar. Vor allem in der Metalltechnik gingen die Neuabschlüsse zurück (46 Neu-Verträge/Vorjahr 65). Weniger neue Ausbildungsverhältnisse wurden zudem im Groß- und Außenhandel (64/Vorjahr 80) sowie für Industriekaufleute (10/Vorjahr 18) abgeschlossen.

 „Es ist höchste Zeit, zu handeln“, mahnt Reischl. „Flüchtlinge können dabei der Schlüssel zur Lösung des Azubimangels werden“ . Dazu sei die rasche und zielgerichtete Integration in den Arbeitsmarkt dringend notwendig. „Das von den bayerischen IHKs entwickelte ‚3+2 Modell‘ hat letztendlich bewirkt, dass Asylbewerber, die eine Lehre aufnehmen, nicht nur für die Dauer ihrer dreijährigen Ausbildungszeit ein Bleiberecht haben, sondern darüber hinaus auch in den folgenden zwei Jahren nicht abgeschoben werden dürfen“, betont er. 

Derzeit erlernen im Landkreis 88 ausländische Jugendliche (Vorjahr 82) einen Ausbildungsberuf. Ihr Anteil an den 944 Auszubildenden in IHK-Berufen wächst kontinuierlich und liegt momentan bei 9,3 Prozent. Die bayerischen IHKs stellen acht Mio. Euro für Sprachförderung, den Aufbau von Unterstützungsstrukturen oder die spezifische Fortbildung von Ausbildern für Flüchtlinge zur Verfügung. Im Landkreis gibt es derzeit 219 IHK-zugehörige Betriebe, die für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse stehen. ez

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