Waltraud Gruber (Grüne) schimpft: „Transparenz geht anders“. kn

Brenner-Zulauf-Strecke: Nur für Auserwählte

Landkreis Ebersberg - Die Bürgermeister sind zwar auch Bürger. Dass die ersten Informationen zum Ausbau der Brenner-Basis-Zulaufstrecke aber nur für den kleinen Kreis aus Rathausbossen und Landräten bestimmt war, sorgt bereits für Ärger. Ein klassischer Fehlstart, sagen die Grünen. Versprochen war etwas anderes, meinen sie.

„Die Deutsche Bahn lädt zu einer Informationsveranstaltung zum Brennerbasistunnel - aber die Bürger sollen aber draußen bleiben!“, kritisiert Waltraud Gruber, die Fraktionssprecherin der Grünen im Ebersberger Kreistag. Nur Bürgermeister, Landräte und Abgeordnete seien nach Rosenheim eingeladen worden. „Das soll Bürgerbeteiligung sein?“ Die Landtagskandidatin der Ebersberger Grünen fordert genauso wie der Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer „einen echten Bürgerdialog“ (wir berichteten). „Dazu braucht es ergebnisoffene Planungen und gegebenenfalls auch die Bereitschaft, auf die Anregungen und Wünsche der Bürger einzugehen.“ Öffentliche Äußerungen von Bürgermeistern nach dem Informationstermin in Rosenheim lassen den Schluss zu, dass es Rathauschefs gibt, die darauf vertrauen, die Zulaufstrecke zum Brenner-Basis-Tunnel durch den Landkreis Ebersberg werde bis Grafing-Bahnhof in einem Tunnel verlaufen.

Die Grünen in Bayern, Tirol und Südtirol sind sich in ihrer Kritik an dem Mammutprojekt einig: Sie haben im Brennerbasistunnel von Anfang an keine zeitnahe Lösung der Transitproblematik gesehen. Thomas Mütze, verkehrspolitischer Sprecher der Landtags-Grünen: „Er wird erst in Jahrzehnten realisierbar sein, die Entlastungswirkung ist fraglich und es fehlen die Zulaufstrecken in Deutschland und Norditalien.“ Die Grünen fordern unterirdische Gleise durch das Inntal und einen Lärmschutz in Kiefersfelden, der seinen Namen auch verdiene.

Während es vor allem bei der Bevölkerung im Inntal Proteste gegen die geplante Trasse gibt, polarisiert das Thema im Landkreis Ebersberg die Bevölkerung bisher nicht. Der Bund Naturschutz hält das Projekt für verkehrspolitisch überflüssig, unwirtschaftlich und unfinanzierbar.

„Eigentlich sollte aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden. Die Bürger müssen von Anfang an aktiv beteiligt werden“, so Gruber. „Ein Streit ist sonst vorprogrammiert. Eine befriedigende Lösung für alle kann so jedenfalls nicht erreicht werden.“

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