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Jugend im Ehrenamt - mit dem feuerroten Schulmobil

Landkreis Ebersberg - Wer andere motivieren will, muss sich was einfallen lassen. Im Landkreis macht ein feuerroter Schulbus der Firma Riedl Werbung für die Jugendfeuerwehr. „Da fährt jeden Tag unsere Klientel damit“, sagt Kreisbrandrat Bullinger. Am Samstag waren die jungen Leute eingeladen.

„Wir sind dabei. Wo bleibst Du?“, steht auf dem Bus. Nachwuchsprobleme kannte die Feuerwehr früher nie. Da war der Vater schon bei der Feuerwehr, der Großvater und natürlich wollte deswegen auch der Enkel dabei sein. Ganz so selbstverständlich ist das Ehrenamt nicht mehr, und deswegen macht die Feuerwehr jetzt Werbung in eigener Sache.

Wer sich als junger Mensch für andere engagiert, soll auch etwas davon haben. In diesem Fall durfte er zu den „Schlussmachern“. Das ist ein Kinofilm, den die Jugendlichen am Samstagnachmittag zu einem vergünstigten Preis ansehen durften. Und sie wurden sogar mit dem „eigenen Wagen“ nach Grafing chauffiert. „Etwa die Hälfte der Jugendfeuerwehren sind gekommen“, zog Kreisjugendbetreuer Matthias „Theo“ Weigl vor dem Kino zufrieden Bilanz.

Die Familie Scheid vom Grafinger Kino Capitol unterstützte die Aktion. Auf dem Parkplatz vor dem Kino standen deswegen die Feuerwehrfahrzeuge samt Drehleiter und Glückshafen, an dem auch der Kreisbrandrat selbst sein Glück probierte und eine Portion Popcorn gewann.

Insgesamt sind im Landkreis Ebersberg 310 Jugendliche bei der Feuerwehr aktiv. In der Mannschaft werden sie ab 16 als Erwachsene behandelt. Sie haben Wahlrecht, nehmen an den Ausbildungen teil, nur wenn’s richtig gefährlich wird, sind sie in der zweiten Reihe.

„Der demografische Wandel“ so sagt Bullinger, „macht auch der Feuerwehr zu schaffen. Es gibt immer weniger Jugendliche“. Deswegen geht die Feuerwehr aktiv auf den Nachwuchs zu.

Zu den Werbeaktionen gehört unter anderem der Kinonachmittag, der die Idee von Weigl war. Ein Großteil der neuen Feuerwehrkräfte im Landkreis Ebersberg „kommt über die eigene Jugendarbeit zu uns“, informiert Bullinger. „Die meisten haben Hauptschul- oder Realschulabschluss“, sagt Weigl. So genau werden aber keine Statistiken geführt. Es zählt, was einer kann.

Weigl selbst ist nach dem Abitur erst zur Feuerwehr gestoßen, Bullinger ist das beste Beispiel dafür, dass man es auch als Seiteneinsteiger zum Kreisbrandrat bringen kan. Er kam über die Bundeswehr zur Feuerwehr. „Bei der Bundeswehr war ich Sportleiter“, sagt er.

Nachwuchs fürs Ehrenamt zu finden ist kein Selbstläufer. „Wir sind gut dabei, aber man darf sich nicht ausruhen“, sagt Weigl. Das finden die 140 Jugendlichen auch, die froh gelaunt an der Kinokasse stehen, So eine Aktion darf es ruhig öfter geben. Wann kommt man schon so günstig zu den „Schlussmachern“.

Michael Seeholzer

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