Noch ist genug für alle da: Die Frauen der Zornedinger Tafel (v.l.): Gerda Steinlehner, Sibylle Dorndorf, Ingrid Sendrowsky und Heidrun Pfefferkorn mit ihren Gütern. Foto: sro

Kein Mangel - kein Überfluss

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Landkreis Ebersberg - Wird bei den Tafeln im Landkreis Ebersberg bald Schmalhans Küchenmeister? In einem Fernsehbeitrag wurde diese Frage aufgeworfen.

Seit Asylbewerber mitversorgt werden müssten, so hieß es, würden die Lebensmittel knapp. „Dem ist nicht so“, sagt Hans Rombeck, der sich für die Grafinger Tafel engagiert. Im Gegenteil, man sei derzeit so gut aufgestellt, dass man noch Lebensmittel an das Markt Schwabener „Tischlein Deck Dich“ weiterreichen könne. Im Überfluss freilich würde die Tafel nicht schwimmen. „Man muss schon sehr kreativ sein“, sagt Rombeck.

Die Grafinger Einrichtung hat sich auf den höheren Bedarf eingerichtet und reagiert. „Wir haben eine zusätzliche Sammelaktion gestartet und auch das Sammelgebiet erweitert“, sagt Rombeck. „Anstatt einmal im Jahr wird jetzt zweimal gesammelt.“ Außerdem „bitten wir verstärkt um Warenspenden“. Die regelmäßigen REWE-Aktionen würden der Grafinger Tafel sehr helfen. Trotzdem: „Eine Enge gibt es manchmal schon.“ Deshalb würden die Tafelmitglieder ihre Anstrengungen verstärken. „Die Nachfrage ist größer geworden.“

Auch in der Aßlinger Tafel herrscht vorerst kein Mangel - wenngleich auch kein Überfluss besteht. „Wir haben gottseidank die Metro im Brunnthal“, berichtet sie über einen der Hauptsponsoren. Auch die Aßlinger Tafel gehört zu den Initiativen, die nicht nur mit den Bedürftigen teilen, sondern auch mit den anderen Initiativen im Landkreis. „Wenn wir zum Beispiel von Bauer Joghurt bekommen, teilen wir das mit den Tafeln in Markt Schwaben, Poing oder Kirchheim. „Wir verteilen ja das, was eigentlich weggeworfen werden sollte“, sagt Küpferling. Einen gesonderten Ausgabetermin für Asylbewerber gebe es nicht. „Bei uns werden Nummern gezogen“, berichtet Küpferling. Auch würden Asylbewerber selbst inzwischen bei der Tafel mithelfen. „Darüber hinaus versorgen wir noch ein Haus, in dem 13 Afrikanerinnen wohnen.“

Einen Mangel gibt es aber in Aßling doch, und der entstehe, weil Asylbewerber „sehr viel backen“. Sie benötigten deshalb Öl und Mehl. Und genau daran fehle es ab und zu. „Wir verteilen das, was wir haben“, sagt Küpferling und verbindet das mit einem Aufruf, den Tafeln „haltbare Waren“ wie Reis, Mehl und Öl zu spendieren. Auch bei den Hygieneartikeln würde hin und wieder ein Engpass entstehen. „Es wäre toll, wenn wir mehr solche Sachen hätten.“

Die Grafinger Tafel ist gut sortiert. Die verstärkten Anstrengungen aller Ehrenamtlichen hat gewährleistet, dass bisher alle Bedürftigen so weit versorgt werden konnten. Die Anstrengungen allerdings sind erheblich gewachsen und die Helfer müssen eine höhere Belastung aushalten. Früher kamen 40 Personen zur Tafel in der Griesstraße, jetzt sind es weitaus mehr, was auch weitere Wege bei den Hamsterfahrten bedeutet - zum Beispiel für Hans Rombeck. Das Engagement kann aber nicht überall so ausgeweitet werden, berichtet Ulrike Bittner von der Markt Schwabener Tafel. „Das würde den Rahmen des Ehrenamtes sprengen“, sagt sie. Manchmal gebe es mehr, manchmal eben weniger Waren zur Ausgabe.

Eines gibt es in Markt Schwaben nicht mehr: „Früher durften unsere langjährigen Kunden, wenn sie einmal durchgegangen waren, noch ein zweites Mal durchgehen“, und etwas mitnehmen. „Das gibt es jetzt nicht mehr. Alles was übrig bleibt, bringen wir in die Flüchtlingsunterkünfte.“ Die Nachfrage sei in Markt Schwaben stark angestiegen. Auch Bittner weist darauf hin, dass die Helferorganisationen im Landkreis gut vernetzt seien und sich gegenseitig aushelfen.

Eins steht fest: Die Tafeln im Landkreis Ebersberg tragen inzwischen entscheidend zur Grundversorgung einheimischer Bedürftiger und auch der Flüchtlinge bei, die sich hier aufhalten. Beide - Einheimische wie Asylbewerber - brauchen diesen Hilfseinsatz ehrenamtlicher Bürger.

Und noch eines haben sie in Grafing zum Beispiel gemeinsam: Hier zahlen alle einen symbolischen Euro für das, was sie an Waren erhalten.

Von Michael Seeholzer

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