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Montags-Spaziergänge gegen Corona-Maßnahmen erreichen den Landkreis - Bündnisse warnen vor Teilnahme

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Von: Michael Acker

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Mehrere Maßnahmengegner beim Spaziergang in Grafing
Rund 300 Teilnehmer des Montags-Spaziergangs zogen laut Polizei durch Grafing. © S. Roßmann

Die so genannten „Montags-Spaziergänge“ von Gegnern der Corona-Maßnahmen haben auch den Landkreis Ebersberg erreicht. In mehreren Orten finden diese Demonstrationen statt, zuletzt in Grafing, Ebersberg und im nördlichen Landkreis.

Landkreis - In Grafing waren am Montagabend laut Polizei rund 300 Menschen unterwegs, in der Kreisstadt Ebersberg rund 80, in Markt Schwaben 70. Die Spaziergänge wurden von einem großen Polizeiaufgebot begleitet, die Demonstrierenden blieben friedlich, ein Einschreiten der Sicherheitskräfte war nicht nötig.

Montags-Spaziergänger: Probleme mit staatlichen Maßnahmen

Teilnehmer berichteten, dass sie nicht die Existenz von Corona leugnen würden, allerdings massive Probleme mit den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten. Sie wollten ihre Freiheitsrechte zurück und seien gegen die angekündigte Impfpflicht.

Seit Wochen kommt es in zahlreichen Städten und Gemeinden in Deutschland zu Montags-Spaziergängen von Gegnern der Corona-Maßnahmen, zum Teil auch mit Ausschreitungen.

Montags-Spaziergänge: „Bunt statt Braun“ und Respekt@Poing warnen vor Teilnahme

Unterdessen haben die Bündnisse gegen Rechtsradikalismus im Landkreis Ebersberg, „Bunt statt Braun“ und „Respekt@Poing, in einer gemeinsamen Erklärung dazu aufgerufen, den Montags-Spaziergängen fern zu bleiben. „Eine Gemeinschaft mit den im Verborgenen bleibenden Organisatoren, die gezielt das Versammlungsrecht umgehen und ihre Identität verschleiern möchten, führt in die Irre. Eine Solidarisierung birgt die Gefahr, sich mit anti-demokratischen Personen, Gruppierungen oder Zielen gleich zu machen und zu Instrumenten gefährlicher Strömungen zu werden“, schreibt die Bündnisse in einem Aufruf.

Man habe das große Glück, in einer freien, friedlichen und demokratischen Gesellschaft zu leben, so Bunt statt Braun und Respekt@Poing. Viele Jahrhunderte sei für die Demokratie gekämpft worden. Demokratie und die Grundrechte schützten jeden einzelnen und würden jedem die Möglichkeit geben, sich einzubringen. Daraus entstehe auch die Verantwortung eines jeden für die Gemeinschaft. „Dieser Zusammenhang ist der Mehrheit der Menschen, die in unserem Landkreis leben, bewusst. Das Versammlungsrecht ist ein Grundrecht, das eine wesentliche Voraussetzung für unsere demokratische Grundordnung ist. Wer allerdings Versammlungen ohne rechtliche Grundlage und ohne Verantwortliche Woche für Woche organisiert, tritt dieses Grundrecht mit Füßen. Die Parolen einer lautstarken Minderheit, dass der Staat wie eine Diktatur handelt, sind absurd und verhöhnen alle Opfer von Diktaturen, in der Vergangenheit und heute“, so die Bündnisse.

SPD: Das macht uns wütend

Hart ins Gericht mit den „Spaziergängern“ geht die SPD im Landkreis. „Das macht uns wütend und besorgt uns. Denn die Menschen, die sich diesen Aktionen anschließen, stellen sich gegen die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie. Gleichzeitig arbeiten im Ebersberger Krankenhaus pflegerisches und ärztliches Personal am Limit“, schreibt die Partei.

Die Mehrheit der Menschen im Landkreis, in ganz Deutschland, verhalte sich solidarisch und rücksichtsvoll. Jeder einzelne, Familien, Vereine, Kultureinrichtungen, der Einzelhandel, Betriebe und so viele andere mehr leisteten ihren Beitrag. Sie alle wüssten, dass die Bekämpfung der Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.

„Die Impfung ist nicht das Problem, sondern die Lösung – der Weg aus der Pandemie! Wir rufen daher alle Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Ebersberg auf sich impfen zu lassen! Wir vertrauen den Empfehlungen der Wissenschaft, wir alle wollen ein Ende der Pandemie und der derzeitigen Entbehrungen!“ so Doris Rauscher, SPD-Kreisvorsitzende.

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